Mittwoch, 22. November 2017

Landsberg

04. Januar 2017 09:33 Uhr

Jugendsport

Ein 13-Jähriger Kauferinger mit hohen Zielen

Einmal Profi-Fußballer zu werden, ist der Traum vieler Nachwuchs-Kicker. Der Kauferinger Korbinian Straub ist diesem Ziel schon einen gewaltigen Schritt näher gekommen.

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Vor Kurzem gewann der Jahrgang 2004 des Fußball-Stützpunkts Issing sensationell das Vergleichsturnier in Mühldorf – vor den Augen vieler Bundesliga-Scouts. Diese dürften den einen oder anderen Spieler auf ihre Liste gesetzt haben – und dort anfragen. So ähnlich ist es auch bei Korbinian Straub aus Kaufering gelaufen, der inzwischen bei einem Bundesliga-Nachwuchs-Team spielt – eines von vielen Landkreis-Talenten, die den Sprung geschafft haben.

Korbinian Straub sitzt am Tisch, in der Trainingsjacke des FC Augsburg. Aber nicht, weil er Fan der Fuggerstädter ist: Der 13-Jährige hat den Sprung ins Nachwuchs-Team des Bundesligisten geschafft. Erst vor Kurzem hatte er mit seinen Trainern ein Gespräch, und „das ist positiv ausgefallen“, erzählt Korbinian. Die Trainer erklärten ihm, in welchen Bereichen er sich noch verbessern müsse, aber – und das ist das Entscheidende: Insgesamt sei man mit seiner Entwicklung zufrieden. Damit ist Korbinian Straub seinem großen Ziel, Profi-Fußballer zu werden, einen weiteren Schritt näher gekommen – und das, ohne sich selbst bei einem großen Verein „angeboten“ zu haben.

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Mit fünf Jahren begann er, nachdem er mit seiner Familie aus München nach Kaufering gezogen war, mit dem Fußballspielen. Beim VfL Kaufering. Mit diesem belegte er vor zwei Jahren beim Merkur Cup den sechsten Platz – und danach wurde Korbinians Mutter Stefanie angesprochen, ob ihr Sohn denn nicht höherklassig spielen wolle. „Bis dahin hatte ich mich gar nicht mit den Klassen beschäftigt“, räumt sie ein. Allerdings trainierte Korbinian zu diesem Zeitpunkt auch schon am Stützpunkt in Issing mit. „Das war gut machbar, da er mit meinem Mann, der in St. Ottilien Lehrer ist, zum Stützpunkt fahren konnte und danach auch nach Hause.“

Die SpVgg Kaufbeuren war die nächste Station von Korbinian: „Trainer Martin Schulz hat einen sehr guten Ruf, und Kaufbeuren ist auch ein Partner-Verein des FC Augsburg“, erklärt Korbinian seinen Wechsel von Kaufering nach Kaufbeuren – und von der Gruppe in die Bezirksoberliga. Für Familie Straub bedeutete das aber nicht nur längere Wege ins Training, es brach auch eine „neue Zeit“ an, denn in der BOL sind Scouts der Bundesliga-Vereine oft gesehene Gäste. Für Mutter Stefanie eine ganz neue Erfahrung: „Unter den Jungs ist nach den Spielen schon fast eine Hysterie ausgebrochen, ob und bei wem welcher Verein angerufen hat.“ Auch in der Familie Straub wurde nun darüber gesprochen. „Für uns kam nur Augsburg als möglicher Bundesliga-Verein infrage“, erklärt die Lehrerin, die an der Landsberger Berufsschule Flüchtlingen Deutschunterricht gibt.

Und so gab die Familie unter anderem dem FC Bayern München, der ebenfalls angefragt hatte, eine Absage. Der Grund war sehr pragmatisch: „Korbinian hatte, damals noch in der E-Jugend, ein Probetraining in München, da sind wir um 14 Uhr in Kaufering losgefahren und um 21 Uhr wieder nach Hause gekommen.“ Der Aufwand wäre einfach zu groß gewesen.

Doch der Anruf aus Augsburg ließ auch nicht lange auf sich warten: Gerade mal eine Saison spielte Korbinian in Kaufbeuren, dann wechselte er zum FCA. Dreimal wöchentlich ist er zum Training in Augsburg. Machbar ist dies, da der FCA einen Shuttlebus anbietet. „Ich bringe Korbinian zum Park&Ride-Platz am großen Kreisel in Landsberg und hole ihn da auch wieder ab.

Die Entscheidung für den FCA haben Korbinian und seine Eltern bislang nicht bereut: „Der FCA erscheint mir viel stabiler und familiärer. Außerdem macht der Verein sehr viel, damit man sein Herz für den FCA entdeckt“, erzählt Stefanie Straub. Bestes Beispiel für sie: Eigentlich mag sie keine Weihnachtsfeiern, aber „die beim FCA war wirklich sehr schön“.

Korbinian interessiert in erster Linie der Sport. Und da findet er in Augsburg hervorragende Bedingungen. „Das Training ist viel professioneller und auch das Niveau viel höher“, stellt er im Vergleich zu seinen bisherigen Stationen fest. Dazu kommt auch das Umfeld: „Einmal hatte ich nach einem Schuss Schmerzen im Oberschenkel. Nach dem Training bin ich zum Physiotherapeuten gegangen, und alles war weg.“ Auch auf schulische Anforderungen werde Rücksicht genommen – dafür können die Jungs „Sondertraining“ einlegen, wenn möglich und erforderlich. Für den Nachwuchs-Kicker, der „am liebsten auf der Sechs“ spielt, aber auch schon als Innen- und Außenverteidiger eingesetzt wurde, haben sich Möglichkeiten eröffnet, ohne dass er mit seinen Eltern von Probetraining zu Probetraining fuhr. Für Stefanie Straub keine Überraschung: „Ich denke, im Fußball werden die Nachwuchsspieler von den Scouts so engmaschig überwacht, da rutscht kein Talent mehr durch. Außer vielleicht, wenn es sich um einen extremen Spätstarter handelt.“

Für sie habe sich bestätigt, was ein Bekannter, der ebenfalls Profi-Fußballer wurde, gesagt hatte: „Es funktioniert nur, wenn sich die Türen von alleine öffnen.“

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Ein Artikel von
Margit Messelhäuser

Landsberger Tagblatt
Ressort: Lokalsport Landsberg


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