Mittwoch, 19. Juni 2013

08. Mai 2012 12:05 Uhr

Aktion

Ein Blick hinter die Türen

Magnusheim präsentiert sich

Die Mitarbeiter der Förderstätte Dammoosweg präsentierten beim Tag der offenen Tür bei Regens Wagner vieles rund ums Thema Kräuter.
Foto: Romi Löbhard

Holzhausen Wenn das Magnusheim (eine Regens-Wagner-Einrichtung) für einen Tag der offenen Tür, das Sommerfest oder auch den Adventsmarkt seine Pforten öffnet, dann platzt Holzhausen regelmäßig schier aus allen Nähten. Jeder nur verfügbare Platz ist von Autos belegt und es wimmelt nur so von Leuten. Ganztägig rücken Besucher an, teilweise sind es Angehörige von Nutzern beziehungsweise Bewohnern der Einrichtung. Viele sind aber auch einfach da, um sich umzuschauen und sich mit Jungpflanzen aus der Gärtnerei, Biolebensmitteln vom Hofladen oder in der Weberei hergestellten Produkten einzudecken. Viel Interesse weckte beim Tag der offenen Tür am Wochenende die ebenfalls geöffnete Schule.

Es konnten Schulräume besichtigt und sogar den Lehrkräften beim Unterrichten über die Schulter geblickt werden. Die Magnus-Werkstätten waren ebenfalls während der Arbeitsphase geöffnet. Auf Interesse stießen die Besichtigungsangebote für Hackschnitzelheizung und Oberes Wasserwerk. Nicht zuletzt waren auch Kirche und Konvent mit einer Ausstellung über die Ordensschwestern offen. Eines der Hauptanliegen war es aber, Wohnheime und Förderstätten ins Licht zu rücken. Beispiel Förderstätten Dammoosweg und Magnusstraße: Letztere informierte unter dem Thema „Leichte Sprache – Anspruchsvolle Texte leicht gestaltet“ über Möglichkeiten, Menschen mit Defiziten im kognitiven Bereich Zeitschriften und Bücher zu erschließen. Beispielsweise gibt es bereits aktuelle Zeitungen, aber auch Lektüre von Sachbuch bis Krimi in sogenannter „leichter Sprache“, was bedeutet, dass Fremdwörter keine Verwendung finden und Sätze höchstens 15 Wörter lang sind.

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Rund ums Thema Kräuter

Die Förderstätte Dammoosweg verköstigte Interessierte mit Kräuterkuchen und Wildkräuterpesto, Ergebnissen aus dem jüngsten Projekt „Ach du grüne Neune – mit Küchen-, Heil- und Duftpflanzen durchs Jahr“ und stellte Inhalte der heilpädagogischen Arbeit bei der Förderung und Begleitung von Menschen mit schweren Mehrfachbehinderungen vor. Diese sei gerade in einem Strukturwandel, erläuterte Karin Rötzer. So soll die Förderstätte nicht mehr nur Pflegeeinrichtung, sondern ein Ort lebensbegleitenden Lernens sein. „Unser Ziel ist es, Menschen mit schwerer Behinderung größtmögliche Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft zu ermöglichen.“ Dazu gehöre beispielsweise die Ausübung einer sinnerfüllten Tätigkeit oder auch die Freude am Essen, die wegen Schwierigkeiten beim Kauen oder Schlucken oft abhandengekommen sei und die mit schmackhaft zubereitetem, „barrierefreiem Essen“, auf Neudeutsch „Smoothfood“, wieder geweckt werden könne. Oder auch wie fröhlich praktiziert, die Mitwirkung bei der Praktikanten- und Ziviband.

Natürlich hatte das Magnusheim in gewohnter Weise für eine gute Verköstigung gesorgt. An mehreren Versorgungspunkten liefen wahlweise Grills und Kaffeemaschinen heiß, es durfte herzhaft oder süß geschlemmt werden. (löbh)

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