Ehemaliger Maurer handelte mit einem Kilogramm Marihuana
Landsberg „So ein Urteil soll wehtun.“ Diese Worte richtete der Vorsitzende Richter am Amtsgericht, Dr. Wolfgang Daum, an den Angeklagten, als er ihm das Strafmaß verkündete: Der 30-jährige Masseur aus Issing/Vilgertshofen ist des unerlaubten Handels mit Betäubungsmitteln in „nicht geringer Menge“ schuldig. Nicht gerade gering fällt auch das Strafmaß aus: Ein Jahr und drei Monate auf Bewährung.
Der Angeklagte hatte sich in vollem Umfang geständig gezeigt, allerdings sehr spät, erst zu Prozessbeginn, merkte Daum kritisch an. Es ging in der Hauptverhandlung um ein Kilo Marihuana und 50 Gramm Haschisch. Beides hatte der gelernte Maurer im Juli 2010 von einem Privatmann in Hofstetten erworben: Für das Gramm Marihuana zahlte der junge Mann 6,30 Euro. Das Gramm Haschisch war ihm 8,40 Euro wert. Mit Drogen war der 30-Jährige bei Partys in Kontakt gekommen. Heute ist er nach eigenem Bekunden frei von Drogen.
Im Dezember 2010 – Wochen, nachdem der Deal aufgeflogen war – wurde das ehemalige Bauernhaus, in dem der Masseur selbstständig arbeitet und mit seiner Verlobten zusammenwohnt, nach Drogen untersucht – ohne Ergebnis.
Aussagen zum Hergang der Tat machen weder der Beschuldigte noch sein Verteidiger Winfried Folda. Er plädiert für eine Haftstrafe von einem Jahr und zwei Monaten auf Bewährung und eine Geldbuße zwischen 500 und 1000 Euro.
Staatsanwältin Eva Hetz hält zwei Jahre auf Bewährung für angemessen, das Schöffengericht legt sich auf ein Jahr und drei Monate fest. Aus mehreren Gründen. Vor allem wird dem 30-Jährigen eine positive Sozialprognose bescheinigt. Der Beschuldigte ist nicht vorbestraft, berufstätig, lebt mit seiner Verlobten zusammen und bemüht sich, sauber zu bleiben, also um ein Leben ohne Drogen. (eh)
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