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15. März 2010 19:35 Uhr

Ein Oboist erfüllt sich einen Traum

Landsberg Ein Traum ist für Christoph Hartmann endlich in Erfüllung gegangen. Jahrzehntelang hatte sich der Oboist der Berliner Philharmoniker und spiritus rector der "Landsberger Sommermusiken" gewünscht, das "Cycle Concert" des griechischen Komponisten Nikos Skalkottas mit Kollegen aufzuführen. Am vergangenen Sonntagabend fand die Premiere der Reihe "Neue Musiken" im Stadttheater Landsberg mit ebendiesem Werk Skalkottas' statt. Gleichzeitig bildete das Konzert auch den Auftakt zur Griechenlandreihe im Stadttheater. Von alois Kramer

Die Konzerte mit Christoph Hartmann und seinen Musikerfreunden in Landsberg haben ein Charakteristikum, dessen sich viele Zuhörer häufig nicht bewusst sind. Ob es sich dabei um die "Sommermusiken" handelt oder nun um die "Neuen Musiken": Keine Konzertagentur, nicht irgendein künstlerischer Leiter schreibt den Musikern bei diesen Veranstaltungen vor, was sie zu spielen haben. Die Musiker suchen sich die Stücke selbst aus. "Darin liegt der Erfolg der Sommermusiken", sagte in seiner Begrüßung Edmund Epple, Vorstandsmitglied der Sommermusiken und im Stadttheater verantwortlich für die Sparte Musik. Dieses Prinzip sollte auch dem Pflänzchen Neue Musiken zum Wachstum verhelfen. Hartmann möchte dabei Schwerpunkte setzen. Bei den ein bis zwei Konzerten der Neuen Musiken, die für ein Jahr geplant sind, sollen entweder Komponisten gewürdigt oder Themen vertieft werden, stellte Hartmann beim Konzert fest.

Am Sonntag wärmte ein hübsches Stück des berühmten französischen Oboisten Henri Brod das Publikum für Skalkottas Werk auf. Erfrischend in seiner Dynamik, überraschend in seiner Farbigkeit, heiter und mit geistreichen Einfällen war dieses "Quattuor für Oboe, Trompete, Fagott und Klavier".

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Vor über einem halben Jahrhundert wurde das Werk Skalkottas noch als "unspielbar" bezeichnet. Im Stadttheater erklang es mit einer Leichtigkeit und Selbstverständlichkeit, die sich vor allem auch der "Weltklassebesetzung" für diesen Abend verdankt. Hartmann konnte für den Trompetenpart den gebürtigen New Yorker Bill Forman, für das Fagott Mor Biron, wie auch Hartmann Mitglied der Berliner Philharmoniker, gewinnen. Am Klavier begleitete die drei Künstler Angela Gassenhuber, Ehefrau von Bill Forman. Mit stupender Virtuosität spielten Hartmann, Forman, Biron und Gassenhuber die teilweise extrem schwierigen Concertini Skalkottas' sowie die beiden Quartette, die zu diesem Konzertzyklus gehören. Ein ganzer Zyklus schwebte Skalkottas vor, daher auch der Name "Cycle Concert". Die Stücke selbst erinnerten stark an die Kompositionen eines Hans Eisler und des Kompositionslehrers von Skalkottas in Berlin, Arnold Schönberg. Der nannte ihn übrigens in einem Atemzug mit seinen berühmten Schülern Anton Webern und Alban Berg.

Begeisterter Schlussbeifall

Der begeisterte Schlussbeifall von über 100 Besuchern im Stadttheater gab den Verantwortlichen recht. Mit dieser Art von Aufführungen und Interpreten werden sich die Neuen Musiken entwickeln. Wer weiß, wie schwer es ist, neue Ideen zu realisieren, wird dem antiken Philosophen Aristoteles recht geben, der sagte, "Der Anfang ist mehr als die Hälfte". Die Hälfte ist in Landsberg geschafft.

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