Samstag, 18. November 2017

Landsberg

20. März 2017 20:01 Uhr

Schondorf

Ein Trinkwasserbrunnen für die Schule

Wassermeister Deininger zeigt in Kolumbien, wie’s geht. Von Renate Greil

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Ein Trinkwasserbrunnen für Puerto Leguízamo, der kolumbianischen Klimapartnergemeinde, ist das zweite Projekt im Rahmen der „Nachhaltige Kommunalentwicklung durch Partnerschaftsprojekte“ (Nakopa) der Schondorfer Klimapartnerschaft. Michael Deininger und Stefanie Windhausen-Grellmann flogen im Februar wieder nach Kolumbien und berichteten bei der jüngsten Schondorfer Gemeinderatsitzung von dem Projekt „Trinkwasser für Dorfer“. Es hat ein Volumen von gut 90000 Euro und einer Laufzeit bis Mai 2018. Die Partnergemeinde bringt dabei zehn Prozent der Kosten auf. Bei einem Pressegespräch erzählten Michael Deininger, vom Beruf Wassermeister, und die Klimaschutzbeauftragte der Gemeinde Schondorf, Stefanie Windhausen-Grellmann, was vor Ort erreicht werden konnte.

Der Bau von Trinkwasserbrunnen für Schulen war für Michael Deininger schon beim ersten Besuch vor etwa zwei Jahren in der Partnergemeinde ein Wunschprojekt, denn Trinkwasser wird hauptsächlich aus den Flüssen genommen. Eine Wasseraufbereitung des Flusswassers gibt es nur im Hauptort Puerto Leguízamo.

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Und auch hier stellte der Fachmann Deininger im Trinkwasserlabor einige Dinge fest, die es zu verbessern galt. Ausgestattet wurde das dortige Labor bei diesem Projekt besonders im Bereich Mikrobiologie und die Mitarbeiter dort wurden geschult. Wie Windhausen-Grellmann berichtete, habe man alle benötigten Materialien über die Partnergemeinde bestellt.

Mit nach Kolumbien schleppten die Schondorfer schwere Reisetaschen mit Gewindestücken. Denn diese braucht es für das Bohren der Brunnen im Bohrspülverfahren. Dickwandigen Rohre, die die hohen Kräfte beim Bohren aushalten, gibt es in Kolumbien nicht zu kaufen, erzählte Deininger.

Fünfzehn Stunden schnitt er in Heimarbeit die drei bis vier Zentimeter langen Gewindestücke. Diese wurde vor Ort auf dünnere Rohre geschweißt. Die Pumpen werden mit einfachen Mitteln zusammengebaut. Dazu braucht es im Wesentlichen nur zwei Murmeln und Plastikrohre, erklärte Deininger. Die einfachen Handpumpen sind so leicht gängig, dass auch Kinder sie bedienen können.

In Kolumbien begann das Brunnenbauprojekt zunächst mit einer Enttäuschung, wie Deininger erzählt. Im Hauptort bohrten sie zweieinhalb Tage nach Wasser, aber es wurde nichts gefunden. Umso größer war die Freude, dass es bei der ersten Schule auf Anhieb funktionierte.

Gebohrt wurden alle Brunnen in einem drei Wochen dauernden Brunnenbaukurs mit Wolfgang Buchner, einem Deutscher, der seit dreißig Jahren in Bolivien lebt. Zwei Frauen und zehn Männer lernten bei ihm das Rüstzeug, um selbst Brunnen zu bohren. Deininger hatte Buchner, der für die Brunnenbauschule des Münchner Vereines EMAS e.V. arbeitet, bei einem Hilfseinsatz für das Technische Hilfswerk 2011 in Bolivien kennengelernt. Buchners Einsatz in Kolumbien wurde aus Projektmitteln bezahlt.

Bei der ersten Schule San Antonio zwischen Puerto Leguízamo und La Tagua gelegen, baute der Brunnenbaukurs als Musterschule einen Pumpbrunnen, einen Schachtbrunnen und eine saubere Quellfassung. Dazu gab es eine, mit einer Spende von 600 Euro des Schondorfer Vereins Gemeinsam e.V. bezahlte Sanitärstation mit Dusche, Waschbecken und Trockentoilette draußen sowie eine Wasserbehälter mit Waschbecken in der Schule.

Vier weitere Schulen, die Größeren haben wegen des großen Entfernungen ein Internat angegliedert, wurden bislang mit Trinkwasserbrunnen versorgt. In der Partnergemeinde zeigten sich viele interessiert an einem Trinkwasserbrunnen, berichtete Windhausen-Grellmann. Wie Deininger sagte, sei das Wasser aus den neuen Brunnen „von der Qualität deutlich besser“. Der Brunnenbau könnte auch ein Selbstläufer werden, wünschen sich die Schondorfer und vielleicht auch einmal zwei bis vier Familien ernähren.

Vorbei geschaut hat Windhausen-Grellmann auch in Jiri Jiri beim ersten Projekt und ging mit auf die Schulboottour mit dem Elektroboot. Bewährt habe sich die Kombination aus Fotovoltaik und Flussturbine, um die Batterien des Elektrobootes aufzuladen, da die Turbine zur Zeit bei Niedrigwasser weniger Strom liefert, erzählte sie. Noch keine Neuigkeiten gibt es beim Ende November in Zusammenhang mit illegalem Goldabbau verhafteten Bürgermeister Juan Carlos Paya Torrijos. Dieser sei zusammen mit zwei weiteren Personen noch in Untersuchungshaft in Bogotá.

„Bislang wurde noch keine Anklage erhoben“, sagte Windhausen-Grellmann. Dies müsse innerhalb sechs Monaten erfolgen, ansonsten müsse der Bürgermeister wieder frei gelassen werden.

Einige Gespräche habe sie mit dem zwischenzeitlich eingesetzten Stellvertreter Claudio Arturo Sanchez geführt. Der nächste Besuch in Kolumbien steht dann im nächsten Februar 2018 an, da gibt es dann den zweiten Teil des Brunnenbaukurses. Schulungen in Hygiene sind hier vorgesehen, denn in Puerto Leguízamo sind offene Brunnen und Quellfassungen an der Tagesordnung.

Im Internet

www.emas-international.de

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