Ein schlaksiger Mann im dunklen Anzug, ein Spot, eine Bühne und dann singt er mit aller Kraft und Inbrunst - Jacques Brel, französischer Chansonsänger belgischer Herkunft. Am 9. Oktober jährt sich sein 30. Todestag. Die Journalistin Katalin Fischer nutzte die Bühne bei Goys letzten Montagen im kult.café in Dießen, um an Brel zu erinnern.
Wie Sebastian Goy zu Anfang anmerkte, kehrt alles wieder und die Rückkehr von Jacques Brel sei eine schöne Sache. Fischer nutzt ebenfalls einen schlichten Bühnenaufbau. Neben Stuhl und Spot gibt es seine Musik und zwei Ausschnitte aus dem Bühnenprogramm des Chansonniers. Textauszüge der Lieder übersetzt sie. Die Texte und die Musik schrieb Brel selbst. Mit Wut, Wucht und Verzweiflung stürzte er sich in seine Lieder, suchte nach dem Glück, wollte "für eine einzige Stunde schön sein".
Er war einer von den Teufelskerlen, nicht im klassischen Sinn schön, aber die Frauen schwärmten für ihn. Eine musikalische Ausbildung hat er nicht bekommen, vielmehr arbeitete er zunächst lustlos in der elterlichen Kartonagenfabrik in Flandern. Er heirate mit 21 Jahren und bekam mit seiner Frau drei Töchter, die Harfe lernen sollten, weil "es ihm so gut gefiel, wenn Frauen sich über eine Harfe beugen". In Flandern war es Grand Jacques bald zu eng, mit 24 Jahren zog er nach Paris. Dort wurden derzeit die Musikhallen erfunden. In einer, dem Olympia, gelang Brel 1958 der Durchbruch.
In seinen Liedern nimmt er auch die Spießbürgerlichkeit insbesondere der Belgier aufs Korn, was dort mit ziemlicher Entrüstung aufgenommen wurde. Sein Hauptthema blieb die Liebe, über die glückliche Liebe sang er fast nie. Die Suche nach dem Glück trieb den Dichter immer weiter. Er führte ein sehr intensives Leben in Paris und hatte bis zu 300 Auftritte pro Jahr. Ein bisschen lustig, ein bisschen traurig, immer mit dem Wissen, dass es etwas Unerreichbares gibt.
1967 verlässt Jacques Brel die Bühne und dreht Filme, kauft sich ein Segelboot und findet in der Südsee eine Sehnsuchtsinsel. 1977 kehrt er nach Paris zurück, nimmt noch eine Schallplatte auf und stirbt ein Jahr später an Lungenkrebs.
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