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03. März 2010 18:45 Uhr

Ein durchgrünter Ort am See

Riederau Der Entwurf für den neuen Flächennutzungsplan (FNP) stand im Mittelpunkt der Bürgerversammlung in Riederau. Was ist ein Flächennutzungsplan? Wie wird er entwickelt? Welche Folgen hat die Definition und wie sieht der Entwurf für Riederau aus? Diese Fragen beantworten Ulrike Angerer vom Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München und die Landschaftsarchitektin Andrea Gebhard.

Ein durchgrünter Ort am See
Foto: ALFA

Rechnerisch ist noch Platz für 1555 Personen bis 2020

Angerer erläuterte, dass der rechtsgültige FNP von 1983 sei und es überfällig sei, einen neuen Plan zu erarbeiten, der das Leitbild vorgibt, wie sich die Gemeinde entwickeln soll. Die Planungsfachleute haben die Struktur analysiert und auch Prognosen mit einbezogen. Danach ist für die 10154-Seelen-Gesamtgemeinde Dießen (Stand 2007) von einem Bevölkerungszuwachs von 876 Bewohnern auszugehen. Allein die Flächen, die innerorts noch bebaut werden können, erlauben einen Zuwachs von 1555 Personen. Freilich sind dies rein rechnerische Zahlen, nicht jedes große Grundstück wird auch bebaut werden.

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In Riederau gibt es so rechnerisch Baugrund für einen Zuwachs um 405 Personen. Als Besonderheit bezeichnet Angerer in Riederau die stark durchgrünten Wohnbereiche, vor allem am Seeufer, Steinernen Graben und am Unteren und Oberen Forst. Eine Luftaufnahme verdeutlichte dies den Anwesenden. Der Ort hat hauptsächlich Wohnflächen bis auf einen Mischgebietsanteil am Bahnhof mit Büro- und Geschäftsnutzung. Gewerbegebiet gebe es keines. Bierdorf sei als Dorfgebiet ausgewiesen. "Hier wird der Landwirtschaft die größte Priorität zugewiesen." Campingplatz und Werft sind als Sondergebiete definiert.

Die Durchgrünung bezeichnete Gebhard als etwas, "was man sich wünscht als Landschaftsarchitekt". Besonderen Schutz im gesamten Gemeindegebiet soll den Gewässern gelten, die Planerin schlägt hier Uferstreifen vor. Entlang des Sees solle, wenn gebaut oder rückgebaut werde, Rücksicht auf die Natur genommen werden. Die Landschaft ist laut Gebhard kleinstrukturiert und soll so erhalten bleiben. Kritik gab es am bisherigen Dauercampingplatz, "dies ist nicht die richtige Einrichtung", und am fehlenden Siedlungskern. Gebhard schlägt vor am Bahnhof die Freifläche und den Straßenbereich zu gestalten.

Kirsch rechnet damit, dass FNP in zwei Jahren fertig ist

Bürgermeister Herbert Kirsch erläuterte, dass es im Flächennutzungsplan keine größere Baulandausweisung und kein neues Gewerbegebiet gebe. Nach der Auslegung werde der Gemeinderat die Anregungen und Einwände der Bürger abwägen.

Angesichts eines Regelwerkes, das 82 Quadratkilometer und über 10 000 Bürger betrifft, wird dies nach Kirschs Dafürhalten eine Weile dauern. "Ziel ist, dass es die nächsten zwei Jahre über die Bühne geht", so die Vorstellung des Gemeindechefs über den Abschluss des neuen Flächennutzungsplanes.

Der Entwurf für den Flächennutzungsplan hängt im Rathaus aus und ist auch auf der Internetseite des Planungsverbandes zu finden:

www.pv-muenchen.de/aktuell/diskuss/diessen_plan/diessen_plan.htm

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