Montag, 26. Juni 2017

Landsberg

17. November 2010 18:25 Uhr

Ein erster Schritt zur gemeinsamen Gedenkarbeit

Landsberg Es ist ein erster Schritt auf dem langen Weg zu einer gemeinsamen Gedenkarbeit. Gestern wurde eine Erinnerungstafel vor der Welfenkaserne bei Landsberg eingeweiht, die von der KZ-Gedenkstätte Dachau entwickelt worden ist. Sie soll, wie eine gleich gestaltete Tafel auf dem Gelände des ehemaligen KZ-Außenlagers Kaufering VII auch, an die Opfer erinnern und die Spuren der früheren Lager sichtbar werden lassen. Weitere Tafeln sollen folgen, wie Dr. Gabriele Hammermann, die Leiterin der KZ-Gedenkstätte Dachau, sagte. Mögliche Standorte seien Landsberg, Kaufering, Hurlach, Igling, Erpfting, Seestall, Obermeitingen, Utting und Türkheim. Von Thomas Wunder

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Die Historikerin Dr. Sabine Schalm erläuterte Inhalt und Aussehen der Informations- und Erinnerungstafeln, die gestern offiziell vor der Welfenkaserne vorgestellt wurden. Foto: Thorsten Jordan
Foto: Thorsten Jordan

An zentralen Orten aufstellen

Landrat Walter Eichner erklärte sich bereit zu vermitteln und in nächster Zeit ein Treffen mit den betroffenen Bürgermeistern im Landratsamt zu organisieren. Ziel ist es, die Informations- und Erinnerungstafeln an "sehr zentralen" Orten aufzustellen, wie Gabriele Hammermann gegenüber dem LT sagte. Diese Empfehlung habe auch die Stadt Landsberg erhalten. Dort werde im Ältestenrat über einen möglichen Standort diskutiert. "Ich hoffe, dass die Stadt einen würdigen Ort findet, an dem an die Außenlager und das Displaced-Persons-Camp erinnert wird", sagte Abba Naor, ein Überlebender der KZ-Außenlager Kaufering. Die Erinnerungstafeln wurden von der KZ-Gedenkstätte Dachau in Zusammenarbeit mit der Historikerin Dr. Sabine Schalm entwickelt. Eingebunden in das Projekt war ein Arbeitskreis aus Vertretern der Stadt, der Kreis- und Heimatpflege, des Denkmalschutzes, der Bundeswehr sowie Historiker und Pädagogen. Dr. Karl Freller, der Direktor der Stiftung Bayerische Gedenkstätten, und Gabriele Hammermann erinnerten bei der Einweihung an die ersten Schritte der Erinnerungsarbeit. Nachdem die Geschichte der Außenlager nach dem Zweiten Weltkrieg schnell in Vergessenheit geraten sei, waren es Einzelpersonen und Initiativen, die lokale Untersuchungen durchführten.

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Die Wege, die dabei eingeschlagen wurden, seien nicht immer frei von Konflikten gewesen. "Der Dialog ist oft auf der Strecke geblieben", sagte Karl Freller. Doch in den vergangenen Monaten habe sich der gemeinsame Wille stärker ausgeprägt. Tauwetter setze ein. "Ich werde alles dafür tun, damit das Gedenken an die Opfer gemeinsam gestaltet wird." Die Inhalte der aufgestellten Tafeln seien nicht in Stein gemeißelt. Sollten sich neue Erkenntnisse ergeben, zum Beispiel über die Opferzahl, könne nachgebessert werden. Für Gabriele Hammermann sind die beiden aufgestellten Erinnerungstafeln ein erster Schritt in Richtung einer gemeinsamen Arbeit. Sie sollen kurze Informationen und einen Überblick bieten. Das Konzept soll zeitnah jenen Bürgermeistern vorgestellt werden, in deren Orten sich weitere Außenlager befanden. In einem weiteren Schritt sollen Broschüren ausgelegt werden. Noch nicht informiert war Gabriele Hammermann über den Kauf eines Grundstücks in unmittelbarer Nähe des KZ-Außenlagers Kaufering VII durch die Stadt. In dem Waldstück, in dem etliche Bäume gefällt wurden, befinden sich Reste der Tonröhrengewölbe, in denen Häftlinge untergebracht waren.

"Mitteilung keine Einladung"

Bei der Einweihung nicht vor Ort waren Vertreter des Marktes Kaufering und der Bürgervereinigung Landsberg im 20. Jahrhundert. Die KZ-Gedenkstätte Dachau hatte im Vorfeld eine Pressemitteilung verschickt, aber nicht zu der Veranstaltung eingeladen. "Eine Pressemitteilung sehe ich nicht als Einladung", teilte Anton Posset von der Bürgervereinigung gegenüber dem Landsberger Tagblatt mit. Kauferings Zweiter Bürgermeister Norbert Sepp, der Rathauschef Dr. Klaus Bühler derzeit vertritt, sieht es ähnlich, war aber auch aufgrund eines anderen Termins verhindert.

Fotos von der Einweihung unter

landsberger-tagblatt.de

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Thomas Wunder

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