Windach Der Energienutzungsplan stand im Mittelpunkt der Bürgerversammlung in Windach. Behandelt wurden auch zwei Anträge. Die 72 anwesenden Windacher lehnen es aber ab, dass sich der Gemeinderat mit der Schneeräumpflicht und einer Trägerschaft für das Jugendhaus beschäftigt. Um den Energienutzungsplan vorzustellen, war der beauftragte Wissenschaftler Professor Dr.-Ingenieur Markus Brautsch von der Hochschule Amberg-Weiden gekommen. Er erläuterte die verschiedenen Phasen von der Datenerhebung bis hin zur Umsetzung von Maßnahmen. Grundsätzlich ist ein Energienutzungsplan ein Instrument, welches aus der Feststellung des Energiebedarfes und der Potenziale im Ort, die Energieversorgung optimiert und Kohlendioxid einspart. Aufgezeigt werden kann beispielsweise anhand eines Katasters für die Wärmebelegung, wo sich eine Nahwärmeversorgung lohnen könnte. Eine Kennzahl ist hier laut Brautsch 1500 Kilowattstunden pro Meter Trassenlänge pro Jahr bei angenommenen 60 Prozent Anschlussdichte. Darunter rechne sich eine Nahwärme nicht mehr. Von Stephanie Millonig

Keine Einzelberatung für Hausbesitzer
Sanierungsmaßnahmen werden nicht individuell, sondern nur anhand von Häuseraltersgruppen dargestellt. Hier hakte ein Windacher Bürger nach, der sich eine Einzelberatung für die Hausbesitzer wünscht. Dies könne nicht geleistet werden, verwiesen Brautsch und Bürgermeister Walter Graf auf entsprechende Angebote beispielsweise am Landratsamt oder auch seitens der Privatwirtschaft. Die Gemeinde hat vor Kurzem an alle Haushalte Fragebögen ausgegeben. Darin sollen die Bürger ihren Energiebedarf formulieren. Denn hier tun sich die wissenschaftlichen Planer schwer. Wie viel die einzelnen Haushalte an Öl oder Pellets verfeuern, ist schwierig einzuschätzen. "Da brauchen wir Ihre Hilfe". Nach dem Bericht des Bürgermeisters (siehe nebenstehender Bericht) beschäftigte sich die Versammlung mit zwei Anträgen, die mehrheitlich abgelehnt wurden: Die Räumpflicht war ein Thema. Der Antragsteller wünscht, dass bei einem einseitigen Bürgersteig auch die Anlieger auf der gegenüberliegenden Seite in einem bestimmten Turnus verpflichtet werden, das Trottoir zu räumen.
Der zweite Antrag beschäftigte sich mit dem Jugendhaus. Der Antragsteller forderte, dass die Gemeinde mit der Arbeiterwohlfahrt München hinsichtlich einer Trägerschaft Gespräche aufnimmt. Bürgermeister Graf verwahrte sich dagegen und verwies darauf, dass die Gemeinde eine von neun im Landkreis sei, die Fachpersonal eingestellt habe. "Wenn man den Antrag liest, könnte man meinen, hier wäre ein sozialer Brennpunkt."
Auch Sozialpädagogin sieht Betreuungsbedarf steigen
Ein ehemaliger Mitarbeiter des Jugendamtes München, auf dessen Vorschläge sich der Antrag bezieht, sprach kurz über die aus seiner Sicht problematische Entwicklung und nannte unter anderem die Notwendigkeit von Medienpädagogik. Er verwies auf andere Möglichkeiten eines großen Trägers. Der Jugendpflegerin der Verwaltungsgemeinschaft Angela Kraft sprach er nicht die Kompetenz ab, erinnerte aber an ihre zeitliche Beschränkung mit zehn Stunden für Windach, jeweils fünf für Eresing und Finning sowie acht Stunden an der Schule.
Angela Kraft verwies auf die Kooperation mit Utting/Schondorf und Dießen, beispielsweise beim Ferienprogramm. In einem Punkt gab sie ihrem Vorredner recht, der Betreuungsbedarf werde immer höher. Angesicht von Eltern, die arbeiten müssten, müsse die Erziehungsleistung an anderer Stelle getragen werden: "Man könnte immer mehr machen", so die Jugendpflegerin. Sicher sei die Zeit begrenzt, sie versuche das Beste daraus zu machen und sei froh um die ehrenamtliche Unterstützung.
Jetzt bestellen! Das neue iPad inkl. e-Paper.|
|
Artikel kommentieren
| Artikel bewerten: