Freitag, 20. Oktober 2017

Landsberg

08. Oktober 2014 15:10 Uhr

K!ar.Text-Serie (2)

Er versetzt seine Mitmenschen in Trance

Mark Oswald ist Hypnotiseur. In Landsberg kennt man ihn aber vor allem wegen eines Videos. Von Vera Schmitz

i

Probleme erkennen und Lösungen finden: Mark Oswald ist Mentaltrainer. Durch Hypnose und Gespräche will er seinen Kunden helfen, „mehr aus ihrem Leben zu machen“.
Foto: Thomas Metschl

In einer neuen Serie stellen wir in loser Reihenfolge junge Menschen aus dem Landkreis vor, die einen ungewöhnlichen Beruf ergriffen haben. In der heutigen Ausgabe: Mark Oswald, der als Hypnotiseur arbeitet.

Mark Oswald hat mit der Frage gerechnet. Wie so eine Hypnose denn ablaufe, will ich von ihm wissen. Ich treffe den 23-Jährigen in einem Landsberger Café, hier will er mir über seinen Beruf erzählen: den Beruf des Hypnotiseurs. Aber erst einmal werde ich selbst zum Versuchskaninchen. „Möchtest du es ausprobieren?“, fragt er mich. Na klar will ich.

ANZEIGE

Erst muss ich einen Punkt ganz fest mit den Augen fixieren, bis dann nach kurzer Zeit die Lider schwer werden. Ich schließe sie und lausche Marks Stimme. Im Hintergrund höre ich Gesprächsfetzen, doch ich bin konzentriert auf das, was der 23-Jährige sagt. Der Klang seiner Stimme beruhigt mich, fast habe ich das Gefühl zu schlafen, geistig bin ich trotzdem ganz wach. Mark stellt mir Fragen, mit denen ich mich in meinem Kopf auseinandersetze. Als ich wieder aufwache, bin ich kurz benommen.

Durch Hypnose Ängste und Phobien abbauen

Mark ist selbstständiger Mentaltrainer. Durch die Hypnose hilft er nach eigener Aussage Menschen, private und berufliche Ziele zu erreichen, Ängste und Phobien abzubauen, besser zu flirten oder einfach „mehr aus ihrem Leben zu machen“. Er will „versteckte Probleme ans Tageslicht holen“ und „Lösungsstrategien finden“. Mark gibt Einzelkurse, hält aber auch Seminare bei Firmen oder Schulklassen. Seine Ausbildung hat er im Hypnosis-Zentrum München gemacht, einem privaten Schulungszentrum. Mark ist aber nicht nur Hypnotiseur, sondern zum Beispiel auch Fitness- und Ernährungstrainer.

Eine Einzelsitzung bei ihm dauert rund zwei Stunden, erzählt er. Die meiste Zeit werde geredet, die Probleme des Kunden ehrlich besprochen. „Nur so kann ein Hypnotiseur helfen.“ Ein Gespräch, sagt Mark, kann bereits sehr viel bringen. Manchmal sogar mehr als das Hypnotisieren. „Die Menschen wollen jemanden, der einem zuhört, aber ohne zu werten.“

Wichtig sei in seinem Beruf auch die Menschenkenntnis: „ Man muss dem anderen zwar zuhören und ihm Verständnis entgegenbringen, aber auch ein bisschen provozieren, damit er merkt dass nicht alles so schlecht ist, wie er es gerade empfindet.“ Dass müsse aber individuell an den Kunden angepasst werden. Mark arbeitet viel mit Beispielen, sogenannten Metaphern. Er hält seinen Kunden dadurch den Spiegel vor, lässt sie ihr Problem erst einmal von außen betrachten.

In der Jugend stark zugenommen und keinen Erfolg bei Mädchen

Die Geschichte, wie Mark zum Coaching gekommen ist, ist eine sehr persönliche: In seiner Jugend, erzählt der gebürtige Pürgener, sei er oft ein Außenseiter gewesen, habe stark zugenommen und keinen Erfolg bei Mädchen gehabt. Mit 17 Jahren kam dann für ihn der Einschnitt: Mark beschloss, dass es so nicht weitergehen könne. Er fing an, sich mit Psychologie, Kommunikation oder auch Körpersprache zu beschäftigen.

Er arbeitete zunächst noch im öffentlichen Dienst, bevor er sich voll und ganz der Hypnose verschrieb. „Ich hatte einen sicheren und festen Job mit guter Bezahlung und wenig Aufwand“, erzählt der 23-Jährige. Aber seine Erfüllung habe er darin nicht gefunden. Vor rund zwei Jahren hat er seinen Job kurzerhand gekündigt. Danach hielt er sich mit Ersparnissen über Wasser, besuchte viele Seminare. „Nach der Kündigung stand ich vor dem Nichts“, erzählt er. „Dementsprechend hatte ich nicht viel zu verlieren.“ Trotzdem sei er „bis heute jeden Tag dankbar, damals den Mut dafür gefunden zu haben“.

Seither, sagt er, suche er „nach Abenteuer und Einklang“. Und dafür hat er viel Geld investiert. Allein die Fortbildungen kosteten rund 10000. Aber er bereue die Ausgaben nicht, betont er. Denn Mark hat ein großes Ziel vor Augen: In fünf Jahren möchte er Erfolgstrainings für mehr Leidenschaft im Leben anbieten und als Redner vor mehr als 1000 Leuten sprechen. Er habe an sich die gleichen Ansprüche wie an seine Kunden: Über den Tellerrand blicken, aus der eigenen Komfortzone heraustreten.

Das macht er auch immer wieder in seiner Heimatstadt Landsberg. Für das Video „Happy Landsberg am Lech“ brachte er im Sommer viele Landsberger zusammen, die zum Song „Happy“ von Pharrell Williams vor der Stadtkulisse tanzten. Mark war auch einer der Inititoren des Münzenherzes, das einen Monat lang auf dem Hauptplatz lag. Außerdem hat er die Facebookgruppe „Freizeitgestaltung Landsberg am Lech“ gegründet, die aktuell rund 700 Mitglieder zählt. Mit solchen Aktionen, sagt Mark, wolle er die Leute aus dem Landkreis näher zusammenbringen.

i

Schlagworte

Landsberg | München

Ihr Wetter in Landsberg
20.10.1720.10.1721.10.1722.10.17
Wetter Unwetter
                                                Wetter
                                                Regenschauer
	                                            Wetter
	                                            Regenschauer
                                                Wetter
                                                Regenschauer
Unwetter9 C | 19 C
8 C | 19 C
5 C | 12 C
Das Wetter aus Ihrer Region
Nachrichten in Ihrer Region
Augsburger Allgemeine Aichacher Nachrichten Augsburger Allgemeine Donau Zeitung Donauwörther Zeitung Friedberger Allgemeine Günzburger Zeitung Illertisser Zeitung Landsberger Tagblatt Mindelheimer Zeitung Mittewlschwäbische Nachrichten Neu-Ulmer Zeitung Neuburger Rundschau Rieser Nachrichten Schwabmünchner Allgemeine Wertinger Zeitung

Bauen + Wohnen

Alle Infos zum Messenger-Dienst
Unternehmen aus der Region

Partnersuche