Freitag, 22. September 2017

Landsberg

30. Oktober 2007 20:05 Uhr

Faszination Radierung

Vor sechs Jahren zeigte die Galerie Josephski-Neukum im Rahmen der Ausstellung "Radierung I" Arbeiten von fünf Künstlern der Galerie. Räumlich getrennt konnten die Besucher damals einen Einblick in die druckgrafischen Werkkomplexe finden. Die jetzige Ausstellung "Radierung II" beinhaltet ein völlig anderes Konzept.

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Issing Vor sechs Jahren zeigte die Galerie Josephski-Neukum im Rahmen der Ausstellung "Radierung I" Arbeiten von fünf Künstlern der Galerie. Räumlich getrennt konnten die Besucher damals einen Einblick in die druckgrafischen Werkkomplexe finden. Die jetzige Ausstellung "Radierung II" beinhaltet ein völlig anderes Konzept, denn im Blickpunkt steht die Vielfalt der technischen Möglichkeiten und des künstlerischen Ausdrucks. Zu sehen sind Arbeiten von 32 Künstlern, und damit erwartet den Besucher ein wahres Universum der Druckgrafik.

Vielfalt der Ausdrucksmöglichkeiten

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Keine künstlerische Drucktechnik bietet eine derartige Vielfalt an Ausdrucksmöglichkeiten wie die Radierung. Und gerade in der jüngeren Kunst scheint die Experimentierlust keine Grenzen zu kennen. Die meisten Arbeiten wurden von Künstlern der Galerie geschaffen und verraten ihre künstlerische Handschrift auch in diesem Medium. Ergänzt wird die umfangreiche Schau durch Radierungen von Künstlern, die in der Issinger Druckwerkstatt von Joschi Josephski entstanden sind. Dazu zählen Meister wie Max Kaminski, der mit vier Kaltnadelradierungen vertreten ist. Hier wurde mit der Stahlnadel direkt in die Kupferplatte gearbeitet. Der Druck zeichnet sich durch eine kraftvolle Strichführung mit satter, schattierender Schwärze aus. Ganz anders ist der Charakter der einfachen Ätzradierung, denn hier können zarte Linien direkt in den weichen Ätzgrund gezeichnet werden. Im anschließenden Säurebad wird die Zeichnung in die Platte eingegraben und kann dann gedruckt werden. Ein Meister dieser Technik ist Rudi Tröger, von dem zwei Arbeiten aus den 60er Jahren zu sehen sind. Flächige Darstellungen macht die Aquatinta möglich, bei der die Druckplatte durch unterschiedliche Methoden flächig aufgeraut wird. In Verbindung mit anderen Techniken entstehen äußerst malerische, lebendige Bilder, wie die Arbeiten von Georg Bernhard oder Stefan Wehmeier im Dachgeschoss zeigen. Wie grenzenlos die Technik weiter entwickelt werden kann, veranschaulichen die ausdrucksstarken Arbeiten von Karl Siegfried Büchner, dessen Druckplatten durch vielfältige Bearbeitung derart reliefiert wurden, dass sie sich wie ein Prägedruck in das Büttenpapier eingedrückt haben. Neugierig macht auch das Verfahren der Zuckertusche, mit der zum Beispiel Helmut Rieger seine expressiven Formationen aus der Geflecht-Zeit umsetzt. Hier wird mit einer Mischung aus Zucker und Tusche direkt auf die saubere Kupferplatte gezeichnet und anschließend alles mit säurefestem Lack abgedeckt. Im Wasserbad löst sich nun die Tuschzeichnung und sprengt den Abdecklack weg, so dass die freigelegten Flächen nun mittels der Aquatinta aufgeraut und im anschließenden Druck sichtbar gemacht werden können.

Nur ein kleiner Ausschnitt aus der Vielfalt kann hier genannt werden. Die Radierung fasziniert durch ihre grenzenlosen Möglichkeiten, und so ist es kein Wunder, dass gerade die zeitgenössische Kunst die alte Technik für sich entdeckt hat. Entwickelt wurde das Ätzverfahren um die Mitte des 15. Jahrhunderts, als Plattner und Silberschmiede nach neuen Methoden für das Verzieren von Rüstungen und Waffen suchten. Die Zierornamente wurden gedruckt und in Musterbüchern gesammelt. In der Renaissance schließlich führte Albrecht Dürer die Radierung zu einer ersten künstlerischen Blüte.

Die Issinger Ausstellung gibt einen wunderbaren Überblick, und führt die Vielfalt der Radierung unmittelbar vor Augen. Der bibliophile Liebhaber wird durch die feinsinnigen Mappenwerke von Annette Lucks, Norbert Eberle oder Karl Bohrmann ebenso auf seine Kosten kommen, wie der Freund kraftvoll übermalter Bilder. Außerdem sollte man sich die einmalige Gelegenheit nicht entgehen lassen, mehr über das Medium der Radierung zu erfahren.

Da die meisten der ausgestellten Arbeiten in der Issinger Druckwerkstatt entstanden sind, steht dem Besucher mit dem Galeristen auch ein erfahrener Drucker für alle Fragen zur Verfügung.

Die Ausstellung ist bis zum 18. November 2007, Samstag und Sonntag von 14 - 19 Uhr in der Galerie Josephski-Neukum, Wessobrunner Straße 5 in Issing zu sehen.

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