Seit Wochen schon waren die drei Männer aus dem Irak unterwegs. Das Ziel ihrer Reise war die sichere Bundesrepublik. Dort sind sie auch angekommen, allerdings endete ihre Reise vorerst mit einem Einsatz der Polizei in Garmisch-Partenkirchen. Damit ist der Polizei bereits zum zweiten Mal innerhalb weniger Tage ein Schlag gegen kriminelle Schleuserbanden gelungen.
Beamte der Schleierfahndung kontrollierten dort am vergangenen Freitagabend gegen 22 Uhr einen VW-Golf mit italienischer Zulassung, der mit sechs Insassen überbesetzt war. Am Steuer des Autos saß ein in Italien lebender 21-jähriger Tunesier. Von den fünf Fahrgästen konnten sich drei junge Männer nicht ausweisen.
Die Polizisten prüften die Sache genauer und erkannten rasch, dass sie drei Schleuser mit ihren "Kunden" erwischt hatten. Es wurden Beamte der Garmisch-Partenkirchener Polizeiinspektion hinzugerufen und alle Insassen des Autos festgenommen.
Noch in der Nacht stellte sich heraus, dass es sich bei den Fluchthelfern um ein Trio handelt. Neben dem 21-jährigen Tunesier, der das Auto steuerte, waren auch ein Tunesier im Alter von 30 Jahren und eine 25-jährige Italienierin beteiligt. Das Trio hatte die drei Iraker gegen Bezahlung nach Deutschland eingeschleust. Die weiteren Ermittlungen in der Sache übernahm schließlich das "Kommissariat Grenze" der Kriminalpolizei in Garmisch-Partenkirchen. Im Laufe des Samstags konnten die Beamten den Verdacht gegen das Schleuser-Trio weiter erhärten. Die drei Schleuser, die alle in Italien leben, wurden deshalb noch am Samstag auf Antrage der Staatsanwaltschaft dem Haftrichter vorgeführt. Sie sitzen nun in Untersuchungshaft.
Die drei jungen Männer aus dem Irak, die 21, 22 und 27 Jahre alt sind, müssen nun abwarten, wie es weitergeht. Um ihren Fall kümmert sich nun das Bundesamt für Migration und Flüchtlingshilfe. Ob sie in Bayern bleiben werden oder nicht, ist offen. Die Flüchtlinge dürfen sich frei bewegen. Viele der Flüchtlinge aus dem Irak versuchen auch, in Richtung Skandinavien zu gelangen. Vor allem Schweden sei ein bei Irakern beliebtes Land, heißt es bei der Polizei.
Erst wenige Tage zuvor hatte die Polizei in Oberau bei Garmisch-Partenkirchen einen Kleinlaster vom Typ "Mercedes Sprinter" aus dem Verkehr gezogen, auf dessen Ladefläche 25 junge Männer aus dem Irak zusammengepfercht waren. Am Steuer des Kleinlasters: Ein 23-jähriger gelernter Bäcker aus Deutschland.
Die Iraker im Alter zwischen 17 und 25 Jahren kamen aus Italien und sollten über Deutschland nach Skandinavien gebracht werden. Jeder von ihnen habe mehr als 10.000 US-Dollar an einen Schleuserring bezahlen müssen, erzählten sie der Polizei.
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