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17. November 2009 05:04 Uhr

Fragen über Fragen zur Evolution

Kaufering (td) - Die Frage nach dem Anfang der Welt beschäftigt Forscher und wissbegierige Laien seit Jahrtausenden. Und das war auch die Frage bei einem Vortragsabend mit Pater Theophil Gaus aus Sankt Ottilien im Kauferinger Thomas-Morus-Haus. Antworten gibt den fragenden Menschen dazu seit 600 vor Christi Geburt die Genesis. Doch auch diese Antworten werfen noch einmal Fragen auf.

Kam die Schöpfung "ex nihilo", aus dem Nichts? Wie kann dieses Nichts verstanden werden? War es ein "Uhrmachergott", der die Welt sich selbst überließ, da er sie vollkommen geschaffen hatte? Oder hat er sie als "creatio continua" entworfen, aus der er sich nicht herausnehmen wollte. Fragen, bei denen einem schlicht die Worte fehlen, räumte auch Pater Theophil ein.

Heutzutage gebe es einen Neuen Atheismus, der schnell fertig sei und postuliere "Gott ist nicht beweisbar, also lassen wir's". Richard Dawkins, ein britischer Autor und Atheist, tourt mit der Kampagne "Wahrscheinlich gibt es keinen Gott, nun hör auf, dich zu sorgen und genieße dein Leben" durch Großbritannien. Darüber entzündet sich dort ein heftiger Disput. Doch auch die Christen in anderen Ländern blieben nicht unberührt von dieser Provokation, wie der Benediktinermönch in seinem Vortrag erzählte.

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Im Mutterland der satirischen Provokation, Großbritannien, entwickelte Charles Darwin Ende der 1850er Jahre eine Evolutionstheorie. Sein Hauptwerk beschäftigt sich mit der "Entstehung der Arten". Darwin als Mediziner, Zoologe und Theologe hat die Frage nach dem Anfang allen Seins nicht auf die leichte Schulter genommen. Nach langer Forschung kam er zu dem Schluss, letztlich sei alles verwandt, was ihm in seinem Heimatland einigen Spott bescheren musste.

Aus seiner von Lamarckschen Elementen befreiten Selektionstheorie ging der Neodarwinismus hervor. Doch auch damit ist die Frage nach dem Ursprung des Seins nicht durchleuchtet.

Pater Theophil blickte deshalb zurück nach Babylon ins 6. Jahrhundert vor Christus, wo die Genesis entstand, die wir kennen. Sie trifft keinerlei naturwissenschaftliche Aussagen. Ihr ist schlicht zu glauben. Biologie und Glaube sind zwei Zugänge zur gleichen Wirklichkeit, schließt der Theologe seinen Vortrag. Die Wahrheit der Schöpfung werde durch die Evolutionstheorie nicht angegriffen.

Nach dem Vortrag von Pater Theophil gab es noch umrissene Fragen an ihn. Die Themen, die jetzt aufkamen, zeigten erst, wie stark diese Angelegenheit berührt und wie sie die Menschen umtreibt. Bis zu einer der großen Fragen nach der Zeit und der möglichen Länge eines menschlichen Lebens weitete sich der Themenkreis aus. Pater Theophils Schlusswort. "Es wird noch nicht so lange über diese Dinge nachgedacht. 'Errare humanum est'."

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