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15. Mai 2009 19:45 Uhr

Futuristisches in der Kunsthalle

Stegen Vor hundert Jahren wurde in der Pariser Zeitung "Le Figaro" das Futuristische Manifest veröffentlicht. Damals erklärte der Verfasser, der italienische Dichter Filippo Tommaso Marinetti, jeder Form von "Passatismo" (Kult der Vergangenheit) den Krieg. Seine Kampfparole: Italien vom "Krebsgeschwür der Professoren, Archäologen, Fremdenführer und Antiquare" zu befreien. Fortan gelang es dem Futurismus, als früheste Avantgarde des 20. Jahrhunderts nachhaltigen Einfluss auf die folgenden künstlerischen Bewegungen in Europa zu nehmen. Dieser Bewegung sind nun anlässlich des 100. Jahrestags des Manifests europaweit zahlreiche Ausstellungen gewidmet. In Bayern gibt es verschiedene Veranstaltungen zwischen München und Stegen am Ammersee. Von Sibylle Reiter

Wichtige Werke

In der Kunsthalle in Stegen werden bis Ende Mai wichtige Werke italienischer Futuristen präsentiert. Es handelt sich um eine hochkarätige Ausstellung - ein Kooperationsprojekt des Istituto Italiano di Cultura München in Zusammenarbeit mit dem Italienischen Außenministerium Rom, dem Italienischen Generalkonsulat München, Startmanagement Verona, Pro Arte und der Kunsthalle Stegen. "Für uns ist es eine Ehre, dass wir diese Bilder präsentieren können", so Jürgen Stenzel von der Kunsthalle.

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Direkt aus Oslo kam die Kiste mit der wertvollen Fracht nach Stegen, wo sie im Beisein von Giovanna Gruber (Leiterin des Istituto Italiano di Cultura), Helmut Kästl (Präsident der Münchner Secession) und Maurizio Scudiero (Kurator der Ausstellung) feierlich geöffnet wurde.

Zu sehen sind 15 Arbeiten berühmter Meister der italienischen Moderne auf Originalpapier wie Umberto Boccioni, Giacomo Balla, Carlo Carrà, Gino Severini, Roberto Baldessari oder Luigi Russolo. Die Futuristen setzten der althergebrachten Kunst eine dynamische Malerei mit durchbrochenen schnellen Linien entgegen, um die Geschwindigkeit und Vibration bewegter Objekte einzufangen. Zeichenstift, Kohle, Pastellkreide, Tusche oder klare Tempera- und Aquarellfarben kommen zum Einsatz. Die futuristischen Maler verherrlichten Fortschritt, Geschwindigkeit und Maschinen, wie zum Beispiel die Werke von Fortunato Depero (Automa, dt. Roboter) oder Giacomo Balla (Linea di Velocità+Paesaggio+Rumore, dt. Geschwindigkeit, Landschaft, Geräusch) zeigen. Flugzeuge, vorbeiflitzende Autos, Züge oder Motorräder waren beliebte Motive, wie etwa Achille Funis Motociclista+Case (Motorradfahrer und Häuser).

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