Dienstag, 27. Juni 2017

Landsberg

03. April 2013 17:50 Uhr

Geschichte

Geboren im Konzentrationslager

Ausstellung im Neuen Stadtmuseum ist ab Sonntag, 7. April, zu sehen

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Eine Ausstellung im Neuen Stadtmuseum beschäftigt sich ab Sonntag mit dem Schicksal von sieben Jüdinnen, die im KZ-Außenlager Kaufering I ihre Kinder zur Welt brachten. Unser Foto zeigt vier der Frauen.
Foto: US-Holocaust Memorial Museum in Washington

Am Samstag, 6. April, eröffnet das Neue Stadtmuseum in Landsberg in Kooperation mit der KZ-Gedenkstätte Dachau die Sonderausstellung „Sie gaben uns wieder Hoffnung – Schwangerschaft und Geburt im KZ-Außenlager Kaufering I“. Das ehemalige Lager befand sich in der heutigen Max-von Eyth-Straße im Landsberger Gewerbegebiet. Die Ausstellung thematisiert das Schicksal von sieben Jüdinnen, die im Dachauer Außenlager Kaufering I zwischen Dezember 1944 und Februar 1945 ihre Kinder inmitten des Grauens zur Welt brachten – alle überlebten.

Die Ausstellung, die vor zwei Jahren erstmals in der KZ-Gedenkstätte Dachau gezeigt wurde, widmet sich einem bislang nur wenig berücksichtigten Aspekt der Geschichte: dem Schicksal der weiblichen Häftlinge, unter denen sich auch schwangere Frauen befanden, teilt das Stadtmuseum mit. Zwar seien Schwangerschaften in Konzentrationslagern nicht selten gewesen, doch wurden die Frauen und ihre Kinder zumeist ermordet.

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Die Biografien der Frauen werden in sieben Abteilungen vorgestellt: das Leben vor der Deportation, ihre Ankunft und Haft in den Konzentrationslagern Auschwitz und Plaszów, ihre Überführung in die Dachauer Außenlager, ihre Erfahrungen als weibliche Häftlinge, die Entdeckung und ihr Umgang mit der Schwangerschaft und die Geburten ihrer Kinder in Kaufering I, das Verhalten der SS, die Evakuierung des Lagers und ihre Befreiung in Dachau sowie ihr Leben nach dem Holocaust.

Alle sieben Frauen, die aus Ungarn und aus den von Ungarn annektierten Gebieten stammten, waren bereits während ihrer Deportation schwanger. Sie überlebten die Selektion in Auschwitz und weitere Konzentrationslager, bis sie nach der Entdeckung ihrer Schwangerschaft in das Dachauer Außenlager Kaufering I deportiert wurden. Unter den katastrophalen Bedingungen eines Konzentrationslagers brachten sie dort ihre Kinder zur Welt.

Nach den Entbindungen mussten die Mütter in der Häftlingswäscherei arbeiten. Noch am 13. März 1945 verfügte der SS-Lagerarzt des KZ Dachau, dass die Mütter in das Sterbelager KZ Bergen-Belsen überstellt werden sollten. Dieser Befehl wurde jedoch nicht mehr ausgeführt. (lt)

Termin Die Sonderausstellung „Sie gaben uns wieder Hoffnung – Schwangerschaft und Geburt im KZ-Außenlager Kaufering I“ ist vom 7. April bis 2. Juni zu den üblichen Öffnungszeiten im Neuen Stadtmuseum zu sehen. Weitere Informationen unter Telefon 08191/128-360 oder -361.

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Schlagworte

Landsberg | Kaufering | Ungarn

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