Mittwoch, 18. Oktober 2017

Landsberg

12. August 2017 13:01 Uhr

Merching

Gegenwind für die Surfstation

Manfred Leupold fürchtet um seine Existenz. Oder gibt es doch eine Lösung?

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Mit Transparenten macht Manfred Leupold auf seine Situation aufmerksam.
Foto: Bernhard Weizenegger

Der Mandichosee zwischen Merching und Königsbrunn ist auch unter Surfern aus dem Landkreis Landsberg beliebt. Die besondere Windlage macht ihn so attraktiv für Wassersportler. Seit 1976 ist Manfred Leupold dort mit seiner Surfschule und hat schon ganz viele Neulinge in die Geheimnisse von Rigg, Finne, Board und Halsen eingeführt. Doch zum Ende der Saison schließt er dort nach über 40 Jahren seine Station. „Die Bürokratie zwingt mich zu diesem Schritt“, sagt Leupold, den viele einfach nur Manni nennen.

Fast genauso lange wie es den Mandichosee gibt, der früher nur Lechstaustufe 23 genannt wurde, ist Leupold dort draußen. Er war Gründungsmitglied des Augsburger Surfclubs und arbeitet noch immer mit dem Verein zusammen. Viele Freizeitsportler nutzen sein Angebot, leihen sich an der Surfstation ein Board aus oder besuchen einen seiner Kurse. „Ich bin auch bei vielen Ferienprogrammen in der Region immer mit dabei“, sagt er. In Augsburg hat sich der bald 70-Jährige ein Geschäft aufgebaut, das „Surf and Snow-Center“ nahe der Wer-tach in Pfersee. „Natürlich profitieren wir mit unserem Gewerbe auch von unserer Station am Mandichosee“, sagt Manni. Wir, das sind seine beiden Söhne Florian und Christian, die beide ebenfalls mit im Geschäft sind. Doch das alles ist nur noch einen Sommer lang möglich, denn die Station am See muss weg.

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Vor zwei Jahren kam der erste Gegenwind für das Wassersport-Center auf. „Im Zuge der Bauten für die neue Fischtreppe verlangte der Kraftwerksbetreiber, dass wir das Gelände direkt unterhalb des Damms verlassen“, sagt Leupold. Dort hatte er einen Container, in dem Surfbretter, Neoprenanzüge und Segel – Rigg genannt – gelagert wurden. Schon damals bangte er um seine wirtschaftliche Existenz.

Von Seiten der Gemeinde Merching wurden 7000 Quadratmeter Grund aufgekauft, die sich in gut 100 Metern Entfernung vom See befinden. Bürgermeister Martin Walch sagt: „Wir waren sehr froh, dass wir hier nun den Segel- und Surfvereinen sowie dem Wassersport-Center von Manfred Leupold eine Ersatzfläche anbieten konnten.“ Doch Leupold hatte ein Problem: „Wie sollen denn kleine Kinder, die bei mir den Surfkurs besuchen, ein Brett über 100 Meter weit tragen, die Straße überqueren und den Damm hochlaufen?“ Es sei zu kompliziert, jeden Abend alles wieder abzubauen und die über 100 Neoprenanzüge, die vielen Segel und Surfbretter über den Damm zu tragen und dann noch zum Container auf der anderen Straßenseite zu transportieren. Deshalb hatte er vor zwei Jahren bei Bürgermeister Walch angefragt, ob er nicht direkt am See eine Station aufbauen dürfe. „Mir wurde versichert, dass das ginge.“ Er errichtete für 10000 Euro einen Pavillon aus Holz und lagert dort nun die Surfausrüstung sowie die Stand-up-Paddelbretter, mit dem Sportler ohne Segel, aber mit einem langen Paddel übers Wasser gleiten können.

Doch das gefällt der Baubehörde, dem Landratsamt Aichach-Friedberg, nicht. Bei einem Ortstermin im Mai 2016 wurde festgestellt, dass der Wohnwagen und die Überdachung nicht zulässig sind. Auch Bürgermeister Martin Walch betont, dass er niemals von einem Pavillon geredet habe: „Ich dachte immer, dass er eine mobile Lösung vorhat und diese mit einem Dach vor Sonne und Regen schützen will“. Der Pressesprecher des Landratsamtes, Wolfgang Müller, erklärt, welche Argumente gegen den Pavillon sprechen: „Das Bauwerk befindet sich im Außenbereich und dort sind nur sogenannte privilegierte Bauten, wie zum Beispiel von Landwirten, Gärtnern oder Windkraftbetreibern möglich.“

Begründet wird das von der Behörde damit, dass die Bebauung dem Flächennutzungsplan der Gemeinde widerspreche, der im Bereich des Mandichosees eine Grünfläche vorsehe. Auch verweist die Behörde auf die dem Betreiber zur Verfügung gestellte Lagerfläche, für die die Gemeinde einen Bebauungsplan aufgestellt habe. „Zudem können sowohl ein als auch mehrere Surfbretter gleichzeitig durch entsprechende Transportgeräte ohne größeren Kraftaufwand transportiert werden“, heißt es in dem Schreiben des Landratsamtes.

Die Argumente gingen hin und her und schließlich landete die Angelegenheit vor dem Augsburger Verwaltungsgericht. „Ich habe schnell erkannt, dass meine Chancen gering sind und mir nur der Vergleich übrig bleibt“, sagt Leupold. Spätestens zum 15. November muss er alles abgebaut haben. „Dann ist das Wassersport-Center am Mandichosee Geschichte und alles, was ich mir aufgebaut habe, zerstört.“ Bürgermeister Walch ist um eine Lösung bemüht: „Ich kann mich nicht über geltendes Baurecht hinwegsetzen, aber wir sind auf der Suche, dass Leupold vielleicht doch noch einen Weg findet, am Mandichosee seine Surfstation anzubieten“.

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Ein Artikel von
Eva Weizenegger

Friedberger Allgemeine
Ressort: Lokalnachrichten Friedberg


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