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16. August 2010 20:10 Uhr

Genießer im Zeichen der Schnecke

Dießen Der Knoblauch wurde vor 30 Jahren eingelegt. Zart nussig schmeckt das Resultat dieser langjährigen Reife. Mitgebracht haben die Delikatesse Ulrike und Said Modabber aus Riederau, die das erste Mal bei einer Slow-Food-Zusammenkunft dabei sind. "Convivium Fünfseenland" nennt sich die regionale Gruppe der Liebhaber qualitativ hochwertiger Lebensmittel, deren Logo die Schnecke ist. Normalerweise treffe man sich einmal im Monat zum Stammtisch und besuche zumeist bayerische Wirtshäuser in der Region, erzählt Sprecherin Anne Webert.

Einmal im Jahr kommen die Mitglieder aber auch mit Gekochtem, Gebratenem und Eingelegtem aus eigener Küche zusammen. 120 Mitglieder hat das Convivium Fünfseenland. Wie Anne Webert erzählt sind es hauptsächlich Endverbraucher, denen es um den Genuss von Speisen aus wohlschmeckenden, gesunden, regionalen und saisonalen Zutaten geht. Es sind aber auch Produzenten dabei.

Ausflüge zu Produzenten in der Region

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Nicht nur Essenstermine stehen auf dem Programm der Gruppe, sondern auch Ausflüge. "Wir waren bei einer Käsereiführung in Bad Tölz, in einer Kaffeerösterei in Geltendorf und in der Chocolaterie in Landsberg." Ein Brotbackkurs sei angedacht, verrät Webert, und sie kann sich mit einem neuen Mitglied aus Österreich gut einen Mehlspeisen-Kochkurs vorstellen.

Eigentlich war am Sonntag ein Picknick im Schacky Park geplant, doch angesichts unsicherer Wetterprognosen bietet nun die Markthalle ein Dach. Dank weißer Tischdecken werden Biertische zu Festtafeln, auf den höheren Bartischen lagert das Buffet. Jeder stellt seine Speise erst einmal vor. Farblich sticht die rotleuchtende mediterrane Gemüseterrine von Marta Selig-Krug aus Herrsching hervor, zu der Kartoffel-Malz-Brot gereicht wird. Andrea Wilkening aus Schöffelding, deren Rezeptpostkarten auf dem Markt zu erwerben sind, hat Blätterteig-Räucherfisch-Schnecken mitgebracht. Von Christa Hofmann aus Weilheim gibt es eine Gemüse-Räuscherfisch-Quiche, und das Ehepaar Hammer aus Aidenried bietet Ricotta-Spinat-Hörnchen mit Apfel-Bananen-Zwiebel-Chutney an. Lammpastete mit Apfel-Birnen-Chilli-Chutney serviert Gisela Schneider-Brinkmann aus Geltendorf, und Carmen Iacone, deren Rosenprodukte vom Dießener Markt nicht wegzudenken sind, serviert einen "Kauferinger Blütensalat", mit Borretsch und Kapuzinerkresse als Augenschmaus zu schwäbischen Maultaschen, um nur einige der deftigen und süßen Leckereien zu nennen. Dazu gibt es Wein, den Guido Webert vertreibt.

Keine Konkurrenz, sondern Spaß am Kochen mit guten Zutaten

Während des Essens wird über Wein, Rezepte und Zutaten geplaudert. Die Atmosphäre ist angenehm entspannt, ohne den Profilierungsdruck, der in mancher Lifestyle-Umgebung zu beobachten ist. Es geht nicht darum, raffinierter zu kochen als die anderen, sondern ums Genießen. Said und Ulrike Modabber werden über ihren Knoblauch befragt, Modabber hat sogar noch Gläser, die seine Mutter 1962 eingelegt hat. Natürlich bleibt das Gespräch nicht beim Knoblauch. Modabber, der persische Kochkurse an der Volkshochschule Utting gegeben hat, erzählt über Choresh, eine Gemüse-Fleisch-Soße, und den Unterschied zwischen Tschelo, weißem Reis, und Polo, Eintopfreis... (smi)

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