Kaufering Das Gedenkstättenkonzept der Marktgemeinde Kaufering für die Opfer in den KZ-Außenlagern steht vor seiner Vollendung. Der Marktgemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung die Textvorschläge für die an den Gedenkorten "Güterwaggon/Rampe" und "Lager III" geplanten Informationstafeln mehrheitlich angenommen. Der Gedenk-ort "Rampe" soll darüber hinaus auch an die Heimatvertriebenen erinnern, die in Kaufering nach dem Krieg eine neue Heimat fanden. Jedoch gab es Kritik der Grünen-Fraktion (GAL): Sie kritisierte, dass auf den Infotafeln konkrete Opferzahlen genannt werden und schlug vor, auf eine Nennung zu verzichten. Dieser Vorschlag wurde mit 12:7 Stimmen abgelehnt. Hintergrund: Historiker, darunter die Leiterin der KZ-Gedenkstätte Dachau, hatten im Vorfeld Kritik geübt, was Art und Weise der Kauferinger Gedenkarbeit sowie die genannte Opferzahl anbelangt, da diese mit 20 000 zu hoch angesetzt sei. Offizielle Seiten sprechen von etwa 14 500. Von Dominic Wimmer


GAL sieht bestehenden Dissens
Grundsätzlich steht die GAL hinter dem Konzept Gedenkort "Waggon", das an das Schicksal der Opfer des KZ-Außenkommandos Kaufering und der Vertriebenen gleichermaßen erinnern soll. Die GAL hätte auch den vorliegenden Textvorschlägen zustimmen können, wenn darin keine Angaben zu den Opferzahlen des KZ-Außenkommandos Kaufering enthalten wären. "Mit einer Nennung beziehungsweise Festschreibung der Zahl von bis zu 20 000 Opfern zementiert der Marktgemeinderat den bereits bestehenden Dissens zwischen Bürgermeister und den Historikern, die an diesem Thema bisher gearbeitet haben", argumentierte GAL-Sprecherin Gabriele Triebel nach Vorstellung der Textvorschläge. Stattdessen fordert sie eine Zusammenarbeit in der Gedenkarbeit mit staatlichen Stellen und Historikern. GAL-Ratsmitglied Hans Pilz argumentierte schärfer: "Nach dieser unrühmlichen Podiumsdiskussion, in der wir uns der Lächerlichkeit preisgegeben haben, sollten wir erst recht keine Zahlen nennen." Gemeint war die Podiumsdiskussion im Mai, in der Bürgermeister Dr. Klaus Bühler und der Stifter des Mahnmals, Dr. Friedrich Schreiber, sowie die Leiterin der KZ-Gedenkstätte Dachau und die Landsberger Historikerin Dr. Edith Raim diskutiert hatten.
Bürgermeister Bühler war um Sachlichkeit bemüht. Er bedankte sich für die mehrheitlichen Beschlüsse zu den Textvorschlägen an den Infotafeln, die demnächst aufgestellt werden sollen. In Sachen Opferzahlen heißt es: "Auf der Zahl 14500 aufbauend kann man - nach sorgfältiger Auswertung inzwischen zugänglicher historischer Unterlagen - durchaus davon ausgehen, dass insgesamt bis zu 20 000 Häftlinge aus den KZ-Lagern Kaufering I bis XI ums Leben gekommen sind." Einstimmig wurde der Textvorschlag für die Infotafel über die Heimatvertriebenen angenommen.
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