Freitag, 15. Dezember 2017

Landsberg

07. Dezember 2017 13:05 Uhr

Landsberg

Hilfe im Haushalt ist gefragt

Hauswirtschaftsschulung als Pilotprojekt. Was meinen Agenturen aus dem Landkreis Landsberg dazu? Von Carina Pielmeier

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Beim Kurs im Agrarbildungszentrum erklärte Angela Fischer den Teilnehmerinnen unter anderem, wie man einen Kühlschrank richtig reinigt.
Foto: Julian Leitenstorfer

Haushaltshilfen sind sehr gefragt. Das sagen Ausbilder und Agenturen gleichermaßen. Deshalb bietet das Agrarbildungszentrum Landsberg zusammen mit der Frau und Beruf GmbH erstmalig einen zertifizierten Lehrgang zur Hauswirtschaftlichen Dienstleisterin an.

„Das ist vor allem für Frauen interessant, die eine Kinderpause gemacht haben, oder einfach nach einem neuen Betätigungsfeld suchen“, sagt Angela Fischer, Abteilungsleiterin für Haushaltstechnik und Textil am Agrarbildungszentrum.

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Auch wenn das Projekt von der Frau und Beruf GmbH organisiert wird, können theoretisch aber auch Männer teilnehmen. Der Lehrgang dauert insgesamt sechs Monate und die Teilnehmer lernen dort im täglichen Unterricht alles Wichtige über den Haushalt.

Theoretisch können auch Männer mitmachen

Die meisten der Module finden im Gebäude der Frau und Beruf GmbH statt. Dort wird alles von Erster Hilfe über Hygiene, rechtliche Dinge, den richtigen Umgang mit Kunden, Selbstmarketing und Stellensuche behandelt.

Im Agrarbildungszentrum werden die Module „Reinigung von Wohnung und Wohnungsumfeld“ und „Waschen und Pflege von Textilien“ vermittelt, denn dort stehen sämtliche Haushaltsgeräte zur Verfügung und es kann direkt am Objekt erklärt werden. Die Teilnehmer lernen zum Beispiel, wie man einen Gefrierschrank fachgerecht reinigt. Wenn die Teilnehmer eine abschließende Prüfung bestehen, erhalten sie ein Zertifikat.

Schulung dauert sechs Monate

Die Haushaltshilfen können dann entweder selbstständig arbeiten oder in einem von vielen hauswirtschaftlichen Dienstleistungsunternehmen unterkommen, das sie an Haushalte weitervermittelt. Eine andere Möglichkeit ist, dass sie in sozialen Einrichtungen arbeiten. „Das Zertifikat ist noch kein Berufsabschluss, wer möchte, kann aber bei uns weitermachen“, erklärt Fischer. Im Fortbildungszentrum des Agrarbildungszentrums kann man beispielsweise eine Ausbildung zum Hauswirtschafter, zum Techniker oder zum Fachlehrer machen.

Die sechsmonatige Schulung sei bisher aber auch sehr gut aufgenommen worden. Die 15 teilnehmenden Frauen sind eine bunt gemischte Gruppe, die jüngste Teilnehmerin ist 24, die älteste 56 Jahre. Die Berufsaussichten für die Lernenden seien ausgezeichnet. „Die Nachfrage ist riesig groß“, sagt Fischer.

 Es gebe sehr viele gut verdienende Berufstätige, die aus zeitlichen Gründen Hilfe im Haushalt benötigen. Wichtig sei da, dass die Hilfen sich gut auskennen. Wer nicht geschult ist, kann schnell einiges kaputtmachen, wenn beispielsweise hochwertige Holzfußböden mit dem falschen Mittel gereinigt werden.

Zu wenige Mitarbeiter

Viele Dienstleistungsunternehmen innerhalb und außerhalb des Landkreises haben zu wenige qualifizierte Kräfte, um den Bedarf zu decken. Sigrid Boywitt vom Hauswirtschaftlichen Fachservice Lech/Ammersee sieht den Kurs deswegen positiv: „Es wäre schön, wenn dadurch mehr Leute Interesse an dem Beruf zeigen würden.“ Die Auftragslage sei immens, Mitarbeiter seien dagegen zu wenige da.

Das werde noch zum Problem, denn in Zukunft werde die Hilfe im Haushalt noch stärker gefragt sein: „Die Leute werden älter und es gibt auch immer mehr Berufstätige.“ Gleichzeitig werden die Haushaltshilfen weniger: „Reinigungsarbeiten sind nicht sehr beliebt. Alle wollen aufs Gymnasium gehen und studieren, kaum einer macht mehr Hauswirtschaft.“

Haushaltselfen vermitteln Dienste

Die Haushaltselfen aus Landsberg vermitteln ebenfalls Dienste im Haushalt. Auch hier ist die Nachfrage sehr hoch. Cornelia Hohn, Geschäftsführerin der Haushaltselfen, findet die Schulung gut, denn dort könnten die angehenden Haushaltshilfen testen, ob ihnen der Beruf wirklich liegt. „Das verhindert, dass Leute bei uns anfangen und gleich wieder kündigen, weil sie sich etwas anderes darunter vorgestellt hatten“, meint Hohn.

Der Job sei anstrengender als viele denken, nicht nur körperlich, man müsse sich auch auf viele unterschiedliche Menschen einstellen können. „Manchen liegt das mehr und anderen weniger“, erzählt Hohn und fügt hinzu: „verantwortungsvolle Menschen werden aber immer gesucht, auch bei uns.“

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