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07. Februar 2012 12:07 Uhr

P-Seminar

Im Gespräch mit dem Autor

IKG-Schüler erleben und präsentieren Literatur und Kunst

Lisa und Hanna befragen Robert Hültner und Bernd Wiedemann.
Foto: Romi Löbhard

Landsberg Eine Lesung mit einem bekannten Autor, unterstützt von visuellen Eindrücken mit musikalischer Untermalung, dazu Interviews mit Autor und Illustrator, Zeit für Fragen aus dem Publikum sowie Bilderausstellung und Büchertisch – die Schüler des P(raxis)-Seminars „Literatur und Kunst erleben“ am Dominikus-Zimmermann-Gymnasium Landsberg haben als Abschlussarbeit eine runde Veranstaltung auf die Beine gestellt. Im Foyer des Landsberger Stadttheaters empfingen sie den preisdekorierten Krimiautor Robert Hültner mit seinem jüngsten Werk „Inspektor Kajetan und die Sache Koslowski“.

Dramaturgische Effekte

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Hültner ist geistiger Vater der Serienfigur „Inspektor Kajetan“, die in der Zeit zwischen dem Ersten und dem Zweiten Weltkrieg in München und Oberbayern ermittelt. Weil das aktuelle Buch eine „Graphic Novel“, ein illustrierter Roman ist, auch „Comicbuch“ genannt, war Illustrator Bernd Wiedemann ebenfalls da. Dramaturgische Effekte bei der Lesung setzte Stefan Cassani am Klavier.

Kajetans neuester Fall führt den Inspektor auf die Spur eines Journalisten, der dem Komplott rund um den Mord am ersten Bayerischen Ministerpräsidenten Kurt Eisner auf der Spur ist – vielmehr war, denn Kajetan findet dessen Leiche und beginnt zu ermitteln. Eine spannungsgeladene Geschichte, die Robert Hültner ruhig erzählt und auch den Humor nicht zu kurz kommen lässt. Sehr genau, fast als hätte er dies alles selbst gesehen und erlebt, beschreibt der Autor Zustände und Verhältnisse der damaligen Zeit.

Im Gespräch mit Lisa und Hanna von der Interviewgruppe des P-Seminars erläuterte Robert Hültner, wie er zum Schreiben kam („Das Erzählen war immer da und als sich die Geschichten stapelten, begann ich, Bücher zu schreiben.“) und auch, warum er, der ein Filmstudium absolviert hat, nun als Autor tätig ist. „Filme machen entspricht nicht meinem Naturell“, so Hültner, „da reden einem so viele verschiedene Leute drein.“ Beim Verfassen eines Buches passiere das nicht, „da macht man sich sein Kino selber“.

Er mischt sich nicht ein

Er selbst mische sich auch ganz bewusst nicht ein, wenn einer seiner Romane, aktuell „Der Sommer der Gaukler“ (Regie Marcus Rosenmüller), verfilmt werde. Den Inspektor Kajetan lässt Hültner in genau dieser Zeit zwischen den Weltkriegen ermitteln, „weil es in der Geschichte unseres Landes noch sehr viel unbewältigten Stoff gibt“.

Ob es schwer sei, auf Kundenwünsche einzugehen, wurde Bernd Wiedemann in Bezug auf das Graphic Novel gefragt. Das sei unterschiedlich, so der Illustrator, bei dem Hültner-Buch beispielsweise habe er die Bildstrecke vorgegeben. Allerdings, wer diesen Beruf, der keine regelmäßigen Einkünfte verspreche, ausüben möchte, braucht „hohe Frustrationstoleranz und Stressbereitschaft“. (löbh)

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