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17. Juli 2007 18:20 Uhr

Imker sehen ihre Arbeit von der Gentechnik bedroht

Dießen l gum l Zum Auftakt der kleinen 100-Jahr-Feier des Bienenzuchtvereins Dießen im Gasthaus "Drei Rosen" in Dießen begrüßte Vorstand Franz Kubat allen anderen Gästen voran den 87-jährigen Vinzenz Weber: "Der Vinzenz hat unseren Verein jahrelang begleitet, bestens beraten und immer für gute Laune gesorgt."

Seine Festansprache begann der Vorstand mit der Beantwortung der Frage, was das aufgedruckte Emblem auf den Schriftstücken des Vereins bedeute: "Das ist das Zeichen für Zeidler, die Zeidlerei war früher das Sammeln von Honig wilder Bienenvölker. Der Ausdruck stammt vom althochdeutschen Zeideln, Holz schneiden. Den Bienen wurde die ganze Wabe genommen, Zucht war unbekannt." Im Jahr 859 sei die erwerbsmäßige Honigernte mit Bienenzucht erstmals erwähnt worden, referierte Kubat aus der Imker-Historie weiter. Heute sei die Imkerei meist Hobby, und meist ein intensives und lebenslanges. "Einmal Imker, immer Imker. Man kann gar nicht anders. Aber die Imkerei verlangt einiges an Wissen", meinte Kubat und appellierte an das Verbraucherbewusstsein: Reiner Honig aus der Region sei allemal besser als der Griff ins Supermarktregal mit einem Honigmix unbekannter Herkunft.

Zum 100-jährigen Vereinsjubiläum meinte der Vorstand: "Die Gründungsurkunde von 1904 ist noch vorhanden." Deshalb sei es bereits das 103-Jährige. "Im Jubiläumsjahr haben wir nicht daran gedacht, dann war ich beruflich verhindert, jetzt können wir feiern."

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Die Herausforderungen für die Bienenhalter heutzutage seien größer geworden: "Heute macht uns vor allem die Varroa-Milbe zu schaffen und die Gentechnik bereitet riesige Sorgen." Gentechnisch veränderte Pflanzen müssten unbedingt verhindert werden.

Das Jubiläum und die lange, solide Tradition der Arbeit bei den Imkern lobte Schirmherr Bürgermeister Herbert Kirsch: "Ich bin kein Fachmann, aber ich weiß, dass die Biene und damit das Halten und Pflegen von Bienenvölkern unverzichtbar ist fürs ökologische Gleichgewicht und viel Wissen und Erfahrung erfordert."

Silberne Ehrennadel für Franz Kubat

Martin Wieser vom Landesverband Bayerischer Imker überreichte Franz Kubat die Silberne Ehrennadel für seine bislang 33-jährige Vorstandstätigkeit.

Manfred Hederer, Präsident des Deutschen Berufs- und Erwerbsimkerverbandes, sagte in seinem Grußwort: "Ich bin und bleibe Imker. Es ist der Spaß an der Tätigkeit mit einem Wildtier." Die Biene trage zur ganzen Primärfunktion bei, die Bestäubung präge Pflanzen und Natur. Allerdings belasteten Bienensterben unbekannter Art die Imkerei, es gebe jetzt schon zu wenige Bienenvölker. "Wenn dann noch dieser Unsinn mit genveränderten Pflanzen kommt, bleibt uns Imkern nur die Wahl zwischen zwei Hinrichtungsarten."

Der mit 87 Jahren älteste Imker Vinzenz Weber meinte: "Wir müssen alle gegen die Gentechnik mittun, nur gemeinsam können wir etwas erreichen."

Den Festvortrag hielt der Fachberater für Imkerei des Bezirks Oberbayern, Arno Bruder, zum Thema "Ökologische Bedeutung der Honigbiene." Nach dem spannenden Vortrag nutzten die Gäste noch lange die Zeit zur Fachsimpelei und Erfahrungsaustausch.

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