Sonntag, 19. November 2017

Landsberg

14. November 2017 20:53 Uhr

Landsberg

Jugendamt: Die Personalkosten steigen

Die Ausgaben des Landkreises Landsberg im sozialen Bereich gehen in die Millionen. Die Situation an manchen Schulen gibt Grund zur Besorgnis.

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Das Sonderpädagogische Förderzentrum in Landsberg. Für die Schule soll es eine sozialpädagogische Fachkraft geben.
Foto: Thorsten Jordan (Archiv)

Das Jugendamt des Landkreises Landsberg wird erstmals mehr als vier Millionen Euro für sein Personal ausgeben. Aufgabenmehrungen in Bereichen wie etwa der Betreuung von unbegleiteten minderjährigen Asylbewerbern oder auch in der Jugendsozialarbeit an Schulen sind dabei nur zwei Beispiele von Pflichtaufgaben, die den Teilhaushalt zunehmend belasten. Auf der anderen Seite bereiten Jugendamtsleiter Peter Rasch die zurückgehende Einnahmenseite deutlich mehr Sorgen, wie er in den Vorberatungen des Jugendhilfeausschusses berichtete.

Offenbar sind es tatsächlich die zum Beispiel durch Gesetzesänderungen zurückgehenden Erträge, die das Defizit der Landkreiseinrichtung weiter vergrößern. Standen 2016 noch beinahe 9,5 Millionen Euro zu Buche, rechnet Peter Rasch im kommenden Jahr nur noch mit rund 6,7 Millionen Euro. Die Ausgaben hingegen, so Rasch, seien zwar hoch, aber konstant. Insgesamt liegen die Ausgaben bei rund 19 Millionen Euro.

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Den Sprung bei den Personalkosten von rund 3,5 Millionen auf vier Millionen Euro begründet Rasch vor allem mit tariflichen Steigerungen in den Löhnen seiner Mitarbeiter. „Wir haben viele langjährige Mitarbeiter, was ja eigentlich für uns spricht.“ Seiner Meinung nach könnte dies durch Einsparungen in anderen Bereichen weitgehend kompensiert werden.

Die Konflikte am Förderzentrum nehmen zu

Allerdings gebe es Entwicklungen, auf die reagiert werden müsse – auch personell. So hatte just an jenem Nachmittag der Jugendhilfeausschuss sein Einverständnis für eine zusätzliche sozialpädagogische Fachkraft am Sonderpädagogischen Förderzentrum signalisiert. Elke Steinauer, die stellvertretende Schulleiterin, berichtete dem Ausschuss sehr anschaulich und teilweise drastisch über die Notwendigkeit dieses Antrags. Tägliche verbale und körperliche Konflikte belasten zunehmend die Lehrkräfte. Erschwerend komme hinzu, dass immer öfter auch die Eltern bei der Erziehung ihrer Kinder überfordert seien und ebenfalls Beratung und Hilfe bräuchten. „Wir haben zunehmend Alleinerziehende, keine intakten Familienstrukturen mehr und oft liegen Suchterkrankungen bei den Eltern vor“, so Steinauer. Außerdem habe die Gewaltbereitschaft der Kinder zugenommen aufgrund der selbst gemachten Gewalterfahrungen.

Für Peter Rasch ist die Stundenerweiterung für JaS in der Grundstufe gut investiertes Geld und dringend notwendig. Da die Sozialpädagogen beim Landkreis angestellt seien, bekäme das Jugendamt so einen direkteren Weg in die Familien, die der Hilfe bedürfen. Rechtzeitig und präventiv zu unterstützen, so Steinauer erklärend, wirke sich günstig auf die weitere Schullaufbahn und Berufsausbildung aus.

Auch im Flüchtlingsbereich gibt es manchmal Probleme

Zweites großes Thema, das dem Jugendamt zunehmend Energie abverlangt und Kosten verursache, sind die unbegleiteten minderjährigen Asylbewerber. Denn eine ganze Reihe unter den aktuell 107 Minderjährigen wurde oder wird in absehbarer Zeit volljährig. Allerdings, und auch das bewirkt einen drastischen Anstieg der Jugend- und Sozialhilfe, würden diese volljährigen Personen nicht aus den Betreuungseinrichtungen herausgenommen und eventuell in die Sammelunterkunft nach Kaufering gebracht. Diesen Vorwurf, der unter anderem auch bei der zurückliegenden Kreisversammlung der Landsberger Grünen geäußert wurde, wiesen sowohl Peter Rasch („Wir beenden die stationäre Hilfe nicht“) als auch Landrat Thomas Eichinger zurück: „Wenn ein junger Flüchtling aus der Jugendhilfe rausgenommen werden muss, dann hat das Gründe.“

So spricht Wolfgang Müller, Pressesprecher des Landratsamtes, von drei Fällen in den vergangenen Jahren, in denen das Jugendamt Hilfe und Unterbringung beendet habe. Die Gründe lagen bei wiederholt schweren Verstößen gegen die Hausordnung oder gar Straftaten. Zudem bestand in diesen Fällen keinerlei Wille, an schulischen Maßnahmen und Deutschkursen teilzunehmen. Peter Rasch: „Wir haben aber im Gegenteil die Absicht, bisher erzielte Erfolge wie zum Beispiel eine begonnene Ausbildung nicht zu gefährden.“ Vielmehr sei es Wunsch und erklärter Auftrag, die jungen Menschen auf ihrem weiteren Lebensweg auch über das 18. Lebensjahr hinaus weiter zu begleiten und zu fördern.

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Ein Artikel von
Dieter Schöndorfer

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Ressort: Lokalnachrichten Landsberg


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