Landsberg Einen Titel hat er zwar noch nicht, aber jede Menge Aufgaben. Der 37-jährige Florian Werner wird gemeinsam mit Ludwig Frey das Theater leiten und ab 1. Dezember der Alleinverantwortliche in Sachen künstlerischer Leitung sein. Auch wenn sich Oberbürgermeister Ingo Lehmann (SPD) noch scheut das Wort Theaterleiter zu benutzen, de facto wird Florian Werner genau diese Position mittels eines Werkvertrags innehaben.
VOn Alexandra Lutzenberger
Bei einer Pressekonferenz wurde der neue Theaterleiter vorgestellt. "Werner soll Frey unterstützen, das Programm fürs Frühjahr gemeinsam und dann das Herbstprogramm eigenverantwortlich gestalten." Diese Lösung, so Lehmann, habe auch der Ältestenrat, in dem alle Fraktionen vertreten waren, zustimmend zur Kenntnis genommen. "Ich habe natürlich viele Ideen", sagt Werner, "die ich nun auf ihre Sinnfähigkeit von Frey überprüfen lassen werde, etwa inwieweit sie auch umsetzbar sind." Florian Werner ist in Landsberg kein Unbekannter, der gebürtige Münchner hat seinen Wohnsitz in Stoffen und ist an der Schule in St. Ottilien tätig, unter anderem als Leiter des Schultheaters. Er ist verheiratet und hat einen Sohn. Als Regisseur und Schauspieler ist er Mitglied der "landsberger bühne" und ist in diesem Jahr als Spielleiter der Waaler Passion angetreten.
Neue aktive Zusammensetzung des Programms
"Wir müssen Etliches tun, vor allem in der Öffentlichkeitsarbeit. Beim Spielplan ist sehr wichtig, dass sich die Bürger mit dem Theater identifizieren können. Wir brauchen eine neue Form, ein Gefühl der Landsberger fürs Theater, es auch gemeinsam zu nutzen und wieder zu besuchen. Denn Theater ohne Besucher ist absurd", so Werner. Qualität vor Quantität sehe er nicht darin, dass man besonders provokante oder irritierende Dinge bringe, sondern in einer aktiven Zusammensetzung des Programms. Musik, Sprechtheater, der Zusammenhalt mit den anderen Gruppen sei wichtig. Momentan sehe er sich als Assistent, der noch viel von Frey lernen könne.
"Ich bin sehr froh, dass wir uns mit Werner, der momentan auf mehreren Hochzeiten tanzt, einigen konnten", sagt Lehmann. "Werner muss verschiedene Dinge unter einen Hut bringen." Lehmann weiter: "Ich bin auch Ludwig Frey sehr dankbar, dass er trotz der gesundheitlichen Querschläge eingesprungen ist." Sein Rückzug sei ein schwerer Schlag, biete aber auch eine Chance. "Jedes Problem ist eine Herausforderung, und wir sind sehr froh, Florian Werner beim Meistern der Probleme helfen zu können." Werner habe inzwischen einen Weg gefunden, alle bisherigen und die neue Aufgabe zu verbinden. "Es klappt alles und der Herrgott hat mitgeholfen, dass sich alles vereinen lässt", so Werner. An dem einzigen Abend an dem er nicht zur Verfügung stehe, sei das Filmforum im Theater. Auch im Bereich Eigenproduktionen sehen Werner und Lehmann keine Probleme. Lehmann: "Wir werden sie machen, wenn sie künstlerisch und finanziell nützlich sind, unvorbereitet gehen wir da nicht mehr rein, aber hier habe ich bei Florian Werner auch gar keine Bedenken." Lehmann betonte: "Die Theaterleute müssen sich nicht vom OB gängeln lassen, das ist nicht mein Stil und nicht meine Art." Er hoffe, dass die Zusammenarbeit auch mit den anderen Kulturschaffenden wie Johannes Skudlik, der Musikschule, der "landsberger bühne" in Zukunft optimal gestaltet werde.
Die erste Produktion, die Werner als Theaterleiter und Regisseur für die "landsberger bühne" machen soll, wird im Januar "Pygmalion" von George Bernard Shaw sein. Ein Bühnenstück, das einen bittereren Ausgang hat als die Musicalversion "My fair lady". Hier setzt Werner auf die jungen Darsteller der Bühne, die bereits schon im "Gretchen" ihr Können beweisen konnten. "Wir brauchen in der Bühne diese jungen Leute und müssen sie fördern, damit sie auch dabeibleiben", sagt Werner. Er wolle viel für Jugendliche, aber auch Senioren machen. Der jetzige Theaterleiter Ludwig Frey sieht die schnelle Entscheidung positiv: "Ich stehe voll dahinter."
Bei uns im Internet
Von der Pressekonferenz gibt es ein Video: www.landsberger-tagblatt.de
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