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29. Juni 2011 07:00 Uhr

Energiewende

Konzepte und klare Strategien in kleinen Schritten

Kommunen sollen Motor regionaler Wertschöpfung sein Von HERWA

Landsberg Weg von Öl und Atom, verstärkter Einsatz von Erdgas und die Klimabilanz nicht aus den Augen verlieren. Fakt ist, die Energiewende wird bis zum Jahr 2022 kommen. So will es die Politik. „Wir können es schaffen. Wir haben die technische Kompetenz und wir haben das Know how“. So lautet eine der optimistischen Botschaften, die der Energieexperte Theo Karmann in seinem Vortrag „Regionale Wertschöpfung durch erneuerbare Energien am Beispiel der Wind- und Sonnenenergie“ auf Einladung der Hanns-Seidel-Stiftung und des Landsberger CSU-Ortsverbands kommunizierte.

Karmann, der sich seit über 25 Jahren mit der Energieversorgung unter ökologischen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten beschäftigt, steht mit Kommunen, Bürgern und der regionalen Wirtschaft im Dialog. In seinem Vortrag widmete er sich den globalen Zusammenhängen des Energiewandels, wie auch dessen Einflüssen und Auswirkungen auf die regionale Wertschöfpung, Wachstum und Beschäftigung.

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Laut Karmann findet die Wertschöpfungskette für erneuerbare Energien in vier Stufen statt. Dies seien Investitionen in Anlagen und Komponenten, deren Planung und Montage bis hin zur technischen und ökonomischen Betriebsführung der Betreibergesellschaften.

Dabei beleuchtete er Technologien, wie Fotovoltaik, Wind- und Wasserkraft sowie Biomasse und unterlegte seine Aussagen zudem mit konkreten Zahlen. Mit 6,75 Milliarden Euro beziffert Karmann die gesamte kommunale Wertschöpfung aus erneubaren Energien für 2009. „Dabei haben die Kommunen dadurch 600 Millionen an Steuern eingenommen. 116 000 Vollzeitbeschäftigte haben in diesem Sektor Arbeit gefunden“. Bei einer nachhaltigen Regionalentwicklung durch erneuerbare Energien für eine knapp 30 000 Einwohner zählende Region errechnet Karmann einen Gewinn von 1,1 Milliarden Euro. Er unterstellt dabei eine Energieproduktion von 40 Prozent bei einer Laufzeit von 20 Jahren.

Interessen bündeln und Planungen steuern

Wie kann eine solche Entwicklung nun aber realisiert werden? „Die Steuerung der Energiewende ist eine Gestaltungsaufgabe“, sagt der Energieexperte und sieht die Kommunen als Motor für die regionale Wertschöpfung. Sie müssten ihre Vorbildfunktion wahrnehmen, die verschiedenen Interessen bündeln, Prozesse und Planungen steuern. Was bisher in punkto erneuerbarer Energien umgesetzt wurde, bezeichnete Karmann als „Wildwuchs“. Bayern bräuchte bis zu 1500 Windräder, um den Stromanteil von 0,5 Prozent auf 10 Prozent zu steigern. Fotovoltaik müsste vervierfacht werden, mit dem Ziel, die Anlagen auf Dächern zu installieren, um die Landschaft zu schonen.

Es komme dabei auf den richtigen Mix an. „Die Kommunen brauchen dazu Unterstützung und neutrale Begleitung für ein professionelles Energiemanagement, mit Leitbildern, Konzepten, Machbarkeitsstudien und klaren Strategien in kleinen Schritten“, sagt Karmann. Und weiter: „Nur so werden erneuerbare Energien, die ökologisch und ökonomisch große Chancen bieten, den ländlichen Raum stärken und regionale Wertschöpfung und Arbeitsplätze schaffen“. (hewa)

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