Landsberg Es ist ein Abend der Superlative. Eine beeindruckende musikalische Leistung, technisch äußerst schwierige Stücke, ein Publikum mit Musikverstand und ein dreistündiger Querschnitt aus Operette, Musical und Kammermusik. Das Benefizkonzert (unter anderem für die Aktion Polio Plus) der Landsberger Rotarier im Festsaal des Rathauses ist ein Genuss, auch wenn es ein wenig zu lang gerät. Von Alexandra Lutzenberger

Doch - und das merkt man schnell - bei der riesigen Zahl an so begabten Künstlern fiel es Heidi Holzhauser und Dr. Maximilian Hofbauer schwer die Auswahl zu treffen.
Technisch anspruchsvolle Stücke
Wobei das ein oder andere Stück technisch so anspruchsvoll ist, dass man im Publikum kurz den Atem anhält, wie hervorragend die jungen Musiker manche Passagen meistern. Für wahre Begeisterungsstürme sorgen zwei Schwestern aus München mit der Violine, auf dem Klavier und auch gesanglich. Laura-Katharina Handler (Violine) und ihre Schwester Anna-Isabella Handler aus Ottobrunn sind vielseitig talentiert, das bewiesen sie schon als Engelsstimmen bei der "Heiligen Nacht" mit Enrico de Paruta.
Laura-Katharinas Geigenspiel bei Präludium und Allegro von Fritz Kreisler (nach Pugnani) ist einer der Höhepunkte des Abends. Ein kleiner Fehler bringt die erst elfjährige Musikerin nicht aus dem Konzept. Im Gegenteil, danach spielt sie mit einer Virtuosität und viel Einfühlungsvermögen weiter wie ein Profi. Das Mädchen scheint mit ihrer Geige verbunden zu sein, und so entlockt sie ihr Töne, die man bei einer Musikerin in diesem Alter nie erwarten würde. Ihre Schwester begleitet sie gekonnt und sehr erfahren.
Jona Zöllner (Klavier), Teresa Mauch (Violine) und Elias Kagermeier (Violoncello) spielen mit Inbrunst und großem Ausdruck Astor Piazolla, auch wenn sie im Zusammenspiel noch etwas miteinander kämpfen. Ausdrucksstark sind auch die beiden Auftritte der Kulturförderpreisträgerin und Tänzerin Laura Schmid. In eigener Choreografie tanzt sie auf der winzigen Bühne zu Isang Yuns "Chinesische Bilder: Der Affenspieler". Silvia Berchtold spielt auf der Blockflöte. Bei ihrem Schwanentanz wird Laura Schmid dann von Andreas Schmalhofer (Violoncello)und Daniel Holzhauser (Flügel) begleitet. Beide Musiker sind nicht nur mehrfache Preisträger von "Jugend musiziert", sondern in ihrem Heimatort auch Kulturförderpreisträger.
Schon zu Beginn singt Holzhauser als Schulmeister (Georg Telemann) gemeinsam mit dem Landsberger Kinderchor. Mit dabei sind Anna Abe (Violine), Theresa Wagner (Violine), Andreas Schmalhofer (Violoncello) und Jonathan Skudlik am Cembalo. Schmalhofer ist dann noch mal (wie so oft) gemeinsam mit Sabina Hüttinger (Klavier) mit dem Cellokonzert "a-Moll: Allegro" von Camille Saint-Saëns zu hören. Die Beiden harmonieren nicht nur perfekt als Duo, sondern sind auch jeder für sich wunderbare Musiker mit viel Konzerterfahrung.
Teuflische Einflüsterung lässt Flügel erbeben
Die anderen Interpreten des Abends überzeugen mit den ausgewählten Stücken: Armin Alexander Hiltl am Klavier, Anselm Kirsch am Marimbaphon (eine beeindruckende Leistung, allerdings ein sehr sperriges Stück von Keiko Abe), Theresa Wagner (Viola) und Felix Mathy (Klavier) sowie die Meisterin auf der Harfe Carmen Steinmeier.
Ihre Schwester Anna (Violine) spielt an diesem Abend gemeinsam mit Eliane Abe (Klavier) und Jonas Diowas (Violoncello) Rezsö Sugars "Kis Szvit". Die "teuflische Einflüsterung" von Serge Prokofieff ließ Stefan Huber auf sich wirken und bringt den Flügel zum Erbeben. Hannah Jacobs (Fagott) und Larissa Deisenberger (Klavier) spielen Julius Weissenborns "Romanze Es-Dur op. 3.
Auch die Liebhaber der Operettenmusik kommen auf ihre Kosten. Teresa Tièschky (Jonathan Skudlik begleitet am Flügel) singt "Mein Herr Marquis" aus "Die Fledermaus" und "Lippen schweigen" aus der "Lustigen Witwe". Ein wenig mehr "piano" hätte hier ganz gut getan. Die junge Sängerin trat mit Bariton Daniel Holzhauser auf.
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