Landsberg Es war ein krönender Abschluss der Sonderausstellung „Walter Georgi und die Scholle“ im Neuen Stadtmuseum in Landsberg: Furios und mitreißend zeichnete das Duo Arne Neckelmann (Violoncello) und J. Marc Reichow (Klavier) den Weg der Schollemaler vom Naturalismus in den aufkeimenden Impressionismus anhand zeitgenössischer Kompositionen musikalisch nach. Dafür ausgesucht hatten die beiden Musiker Werke von Richard Strauss, Alexander von Zemlinsky, Gabriel Fauré, Max Reger, Leos Janácek und Claude Debussy.
Nur wenige Musikliebhaber hatten den Weg ins Museum gefunden. Der Spielfreude des Duos tat das keinen Abbruch, die Konzertbesucher bekamen mit viel Verve aufgeführte Stücke für Cello und Klavier geboten. „Die sommerliche Wärme, die über die ausgestellten Bilder suggerierte wird“, sagte Marc Reichow zu Beginn, „setzt sich in der Musik fort.“
Zum Auftakt war das eine von drei Cello-Sonaten von Claude Debussy, die dieser 1915, gegen Ende seines Lebens komponiert hatte. Bei diesem Komponisten könne weniger von Impressionismus als vielmehr davon gesprochen werden, was „französische Musik“ ist, wie sie sich entwickelt hat, so Reichow. In den Kompositionen klängen deshalb meist verschiedene Epochen, bis hin zu barocken Elementen an. Mit der zur Aufführung gekommenen Sonate und deren schnell sich verflüchtigenden Tonfolgen und von Instrument zu Instrument hüpfenden Motiven machte Debussy allerdings seinem Ruf als Begründer des Impressionismus in der Musik alle Ehre. Zart und ausgeglichen dann die Romance von Gabriel Fauré, ein kleines, romantisierendes Tonstück mit harmonischem Charakter, das fast durchgängig dem Violoncello den Vortritt lässt und das Klavier als Begleiter sieht. Exakt während des Bestehens der Künstlervereinigung „Die Scholle“ und auch in München entstanden ein Caprice und eine „Kleine Romanze“, die ihrem Attribut aller Ehre machte. Max Reger ließ die vom Duo Neckelmann-Reichow charmant wiedergegebene Romanze schnell auf- und auch wieder ableben.
„Energisch“, „Wild und bewegt“, dazwischen „Sehr warm“ – Komponist Alexander von Zemlinsky verlangte einiges ab von den Ausführenden bei den drei Stücken, mit denen das Duo hervorragendes Zusammenspiel bewies. Märchen auf Tschechisch – bei Leos Janácek bedeutet das schnelle Wechsel von wilden Ritten und Bocksprüngen über Takte und Notenlinien – und sanften, ruhig dahinplätschernden Akkorden und Harmonien. Es war geradezu eine Lust, den beiden Musikern zuzuhören und sie zu beobachten, wie sie aufeinander eingingen, wie sie mit dem Stück spielten und ihre Freude daran hatten.
Über Richard Strauss muss nicht viel gesagt werden, der große deutsche Komponist aus jüngerer Zeit wurde von Anfang an zur Musik hingeführt. Kein Wunder also, dass er bereits im Alter von 16 Jahren wohldurchdachte Stücke wie die Sonate in F-Dur komponierte, mit der Neckelmann/Reichow den Konzertabend beschlossen.