Donnerstag, 19. Oktober 2017

Landsberg

25. Juni 2017 18:56 Uhr

Landsberg

Kulturelles aus dem „Heimathimmel“

Kreiskulturtage startete mit einer Gala in die Festival-Phase. Landrat stellt bereits eine Fortsetzung in Aussicht.

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Manche Dinge in der Heimat entwickeln sich oft anders, als erwartet. Das wiederum schafft dann plötzlich eine Auseinandersetzung mit der Frage: Was bedeutet Heimat eigentlich für mich. Diese Sätze und Überlegungen entstammen Landrat Thomas Eichingers Eröffnungsrede der Kreiskulturtage, die unter dem Motto „Schnittstelle Heimat“ nun in den kommenden zwei Wochen dafür sorgen sollen, frischen und belebenden (Kultur)Wind in den Landkreis zu bringen. Gleichzeitig ehrte er bei der Auftakt-Gala im Stadttheater mit Bert Praxentaler einen der wichtigen Kulturschaffenden, die im Landkreis leben, mit dem Kulturpreis für bildende Künstler, der erst zum zweiten Mal vergeben wurde.

Über 30 Veranstaltungen hat die Organisatorin der Kreiskulturtage, Annunciata Foresti, zusammengestellt, und sie unter dem Dach der Kreiskulturtage vereint. Das hat ihr neben Lob (Thomas Eichinger: „Sie hat professionelle Arbeit für ehrenamtliche Bezahlung geleistet“) für die immense Arbeit durchaus auch Kritik eingebracht. Die Veranstaltungen hätten zu einem beträchtlichen Teil ohnehin stattgefunden. Wären dazu eigene Kreiskulturtage notwendig gewesen?

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Die Antwort von Thomas Eichinger fällt ebenso kurz wie deutlich aus: Ja. Für ihn ist die Kultur, egal von wem angeboten, ein verbindendes Element unter Menschen und sorgt aber auch gleichzeitig für eine Durchmischung unterschiedlicher Lebensmodelle und Einstellungen. Ebenso vielfältig sei daher auch die Haltung jedes Einzelnen zum Begriff „Heimat“, die sich in den kommenden zwei Wochen auch durch die große Unterschiedlichkeit der Festivalbeiträge manifestieren werde. Der Landkreis sieht seine Aufgabe darin, mit den Kulturtagen genau dafür eine Plattform der öffentlichen Wahrnehmung zu bieten.

Er macht nicht an den Landkreisgrenzen halt

Einen ganz intensiven Blick auf das Thema „Heimat“ wirft immer wieder der neue Kulturpreisträger des Landkreises, Bert Praxentaler, der allerdings nicht an den Landkreisgrenzen Halt macht. „Er kümmert sich darum, anderen ihr Heimatgefühl wieder zu ermöglichen.“ Laudator Axel Flörke spricht damit eine Herzensangelegenheit des 61-jährigen an, der sich international längst einen Namen als Spezialist für Skulpturen in der Denkmalpflege gemacht hat. Bert Praxenthaler leitet im Auftrag der UNESCO die Sicherung der Überreste der weltberühmten Buddha-Statuen von Bamiyan, die 2001 von den Taliban zerstört wurden.

Allerdings muss man nicht bis nach Afghanistan reisen, um das Wirken und Schaffen des ausgebildeten Holzbildhauers zu sehen, der auch noch Kunstgeschichte, Philosophie und Geschichte studierte. Ganz aktuell stellt er ab kommenden Sonntag in der Beamtenhochschule in Holzhausen seinen Heimataltar aus.

Einen Vorgeschmack dessen, was Künstler, Vereine und Musiker in den kommenden zwei Wochen im Landkreis bieten werden, bekamen die Gäste der Gala durch das Rahmenprogramm geboten. Zuvor eingeführt hatte ein Kunstfilm der Dießenerin Vanessa Hafenbrädl, die von Annunciata Foresti auch beauftragt wurde, über die Kreiskulturtage eine filmische Dokumentation zu drehen.

Im Foyer übernahm dann wiederum Landrat Thomas Eichinger die Rolle des Moderators, der die verschiedenen Programmpunkte vom „Heimathimmel“, einer goldfarbenen Empore ankündigte. Die Installation der Dießener Licht- und Textilgestalterin Nani Weixler bot aber auch die Plattform für die ersten Programmpunkte der Kreiskulturtage wie etwa eine Lesung des Landsberger Autoren Helmut Glatz, Lyrik von Anton G. Leitner und Anna Münkel und viele andere mehr.

Annunciata Foresti ist sich sicher, dass die Kreiskulturtage im Landkreis die nötige Aufmerksamkeit bekommen werden. Der Stellenwert von Kultur werde immer wichtiger, denn das Bewusstsein „Kultur ist Bildung“ setze sich zunehmend durch. Dies waren ihre Erfahrungen während der vergangenen zwölf Vorbereitungsmonate, in denen eine anfängliche Skepsis nun einer positiveren Erwartungshaltung gewichen sei. Den Organisationsaufwand, das gibt sie unumwunden zu, habe sie unterschätzt. „Ich wundere mich, dass ich noch lebe“, platzt aus der Kreisrätin und Künstlerin heraus. Die Kreiskulturtage sieht sie auch nicht als Konkurrenz zu anderen, ähnlich gelagerten Veranstaltungen.

Landrat Thomas Eichinger jedenfalls ist vom Konzept inzwischen – nach ebenfalls anfänglicher Skepsis – überzeugt. Er versprach noch am Samstagabend: „In zwei Jahren wird es sicher die nächsten Kreiskulturtage geben.“

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Ein Artikel von
Dieter Schöndorfer

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