Landsberg Urte Ehlers ist die neue Vorsitzende des Regionalverbandes Bildender Künstler Oberbayern West (RBK). Die Kunsthistorikerin wurde Ende letzter Woche einstimmig vom Verband gewählt. Ihre Stellvertreterin ist die Malerin Marlen Labus. Die Wogen nach dem Rücktritt von Peter Achilles zu glätten und für mehr Qualität bei den künftigen Ausstellungen zu sorgen, sind die wichtigsten Ziele der beiden Vorsitzenden.

Hoch schlugen die Wogen in den letzten Jahren beim Regionalverband immer wieder. 2009 war es ein Porträt mit dem Titel "Ein Landsberger Herr I. Lehmann" von der Malerin Grazyna Guerrero, das für Aufregung sorgte. Es war von der Aufhängekommission nicht in die Jahresausstellung aufgenommen worden, die Künstlerin protestierte öffentlich dagegen. 2010 trat der bisherige Vorsitzende Peter Achilles wegen Plagiatsvorwürfen zurück und auch gleich aus dem Verband aus. Jetzt soll durch die Neuwahlen wieder Ruhe in den Verband einkehren.
Als 1. Vorsitzende wurde Urte Ehlers und als 2. Vorsitzende Marlen Labus gewählt, Schriftführer wurde Kurt Bergmaier und für die Kasse ist Angelika Waskönig zuständig. Des Weiteren wurden noch vier Beisitzer gewählt: Ulrike Albert, Gisela Detzer, Burkhard Niesel und Thomas Lenhart. Urte Ehlers aus Landsberg ist Kunsthistorikerin und ist als außergewöhnliches Mitglied im Verein aufgenommen worden. Marlen Labus, freischaffende Künstlerin aus Landsberg, ist seit zwei Jahren Mitglied im RBK. Kurt Bergmaier und Angelika Waskönig sind seit vielen Jahren im Verein aktiv.
Neue Ideen für den Verband
Der neue Vorstand will, so die Mitteilung, "Außerordentliches leisten und sich mit neuen Ideen und ganzem Herzen in die Entwicklung neuer Ziele für den RBK einsetzen". Kunsthistorikerin Ehlers arbeitet unter anderem im Bereich Kunstvermittlung an den Pinakotheken in München. Sie wohnt seit 2007 in Landsberg und gibt hier auch Kurse an der Volkshochschule. Ihre Hauptaufgabe im Verein sieht sie im mediativen, neutralisierenden Bereich nach dem Rücktritt des alten Vorsitzenden.
"Die Mitglieder wollten jemanden von außen, der neutral ist und nicht persönlich involviert war", so Ehlers. Ihre persönliche Motivation sei es, sich mehr am kulturellen Leben von Landsberg zu beteiligen. "Ich bin Kunsthistorikern und keine Künstlerin und kann so auch andere Aspekte ins Vereinsleben mit einbringen", sagt Ehlers im Gespräch mit dem LT. "Es gab sehr viel Unruhe." Jetzt wolle sie sich erst mal einarbeiten und einige Projekte weiterführen, die Achilles bereits begonnen habe. "Ich sehe mich als Kommunikationsstelle, will mit Arbeitsgruppen gemeinsam auch Synergieeffekte nutzen."
Urte Ehlers und Marlen Labus wollen frischen Wind in den Verein bringen und überlegen, mit der Unterstützung einiger anderer Mitglieder auch generell eine neue Ausrichtung anzustreben.
Denn der Regionalverband hat nicht die gleichen Aufnahmekriterien wie der Berufsverband der Bildenden Künstler in Bayern (siehe Infokasten). Hier sind beispielsweise eine Ausstellungstätigkeit oder eine künstlerische Ausbildung Beitrittsvoraussetzungen für den Verein. Beim Regionalverband gibt es eine solche Vorgabe bisher nicht.
"Unsere Mitglieder erfüllen zum Teil diese Kriterien, wir wollen aber auch bei den anderen für mehr Begeisterung an der Arbeit sorgen", so Labus. Labus begrüßt die Wahl von Ehlers: "Sie verfügt über viel Fachwissen und ich habe die Ideen für viele Ausstellungen."
Man wolle auch Künstler ansprechen, die bisher noch keine Mitglieder sind, und ihnen zeigen, "jetzt passiert im Bereich Qualität etwas". Man wolle kein Hobbyverein sein, sondern ein professioneller Verband, sagt Labus. (lua)
|
|
Artikel kommentieren
| Artikel bewerten: