Samstag, 18. Mai 2013

17. November 2011 07:00 Uhr

Bürgerversammlung

Lärmschutz nicht vor 2015

Hauptthema in Holzhausen ist das Trinkwasser Von Walter Herzog

Holzhausen Sehr am Herzen liegt den Bürgern Holzhausens ihr Trinkwasser. Das war den zahlreichen Wortmeldungen bei der Bürgerversammlung am Dienstagabend zu entnehmen. Aber die relativ hohen Nitratwerte (höher als 40 mg/l) und anstehende Sanierungs- und Unterhaltskosten zur Aufrechterhaltung der bestehenden Wasserversorgung mit der Ausweisung eines neuen Wasserschutzgebietes regten doch zum Nach- und Umdenken an. „Trinkwasserversorgung Holzhausen ist wohl das Thema des Abends“, führte Bürgermeisterin Christl Weinmüller in die Materie ein und übergab das Wort an Martin Michl von den Stadtwerken Landsberg. Er stellte drei denkbare Modelle vor und lieferte den Bürgern dazu einen entsprechenden Kostenvergleich (LT berichtete).

Auf rund 165 000 Euro bezifferte Michel die Kosten für die Sanierung des gemeindeeigenen Brunnens inklusive des Betriebsgebäudes und der notwendigen Technik. Der Betriebsunterhalt wird die Gemeinde für die eigene Wasserversorgung rund 25 000 Euro jährlich kosten. Sollte die Gemeinde entscheiden, zukünftig das Wasser über die Stadtwerke zu beziehen, würde Holzhausen vom Hochbehälter Stoffersberg versorgt. Für den Versorgungsanschluss und die Verbindungsleitung wären rund 65 000 Euro zu investieren. Dazu kämen jährlich reine Wasserkosten von knapp 19 000 Euro bei einem Jahresverbrauch von 72 000 Kubikmetern. Als Variante drei wurde die Versorgung über den Zweckverband Erpftinger Gruppe vorgestellt, die aber Investitionskosten von rund 625 000 Euro erfordern würde.

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Die anschließende Aussprache konzentrierte sich dann aber mehr auf die Reduzierung der Nitratwerte als auf den Komplex Kosten und Varianten. „Warum steigen die Nitratwerte in den letzten zehn Jahren so stark?“, richtete ein Bürger seine Frage an die anwesenden Landwirte, von denen sich aber keiner zu Wort melden wollte.

Er stellte aber im Laufe der Diskussion klar, dass es nicht darum gehe, die Landwirte an den Pranger zu stellen. „Nitratwerte sind nicht nur eine Frage intensiver Landwirtschaft, das Thema ist viel komplexer“, so Magg. Und auch Norbert Köhler von den Stadtwerken erläuterte, dass intensiv wirtschaftende Landwirte Spitzenwerte im positiven Sinne erreichen würden.

Eventuell wird es eine Bürgerbefragung bezüglich der künftigen Trinkwasserversorgung geben, wie die Bürgermeisterin sagte. Letztlich müsse aber der Gemeinderat entscheiden, welche der vorgestellten Varianten Kosten- und Zukunftssicher sei.

Kostenfrage noch offen

Was den Lärmschutz an der A96 betrifft, informierte Weinmüller, dass im Bereich 1, das betrifft das Magnusheim, die Pegelwerte überschritten seien. Dort bestehe für die Autobahndirektion Handlungspflicht, die als Straßenbaulastträger auch die Kosten zu tragen habe. Geplant ist hier ein Lärmschutzwall in einer Höhe von 4,5 Metern über der Fahrbahn auf einer Länge von rund einem Kilometer. Sinnvoll und wünschenswert sei eine ähnliche Maßnahme auch für den Ortsbereich Holzhausen, wo vor allem der südliche Wohnbereich betroffen sei. Aufgrund der aktuellen amtlichen Zahlen bestehe hier aber noch keine konkrete Pflicht zum Handeln. Auch die Kostenfrage sei für diesen Bereich 2 noch nicht geklärt. Der für 2011 geplante Vorentwurf von Schutzmaßnahmen ist aber aus Haushaltsgründen ins nächste Jahr verschoben worden, informierte die Bürgermeisterin. Mit einem öffentlichen Planfeststellungsverfahren sei frühestens in den Jahren 2013 beziehungsweise 2014 zu rechnen. Mit dem Baubeginn sei wohl nicht vor 2015 zu rechnen.

Kritik am Radweg

Im weiteren Verlauf der Aussprache wurde Kritik am geplanten Fahrradweg von Igling nach Kaufering geäußert. Dort werde ein zweiter Radweg gebaut, obwohl bereits eine sichere Radverbindung bestehe. „Ich halte das für eine Verschwendung von Steuergeldern“, meinte ein Bürger und mahnte an, dass man für eine entsprechende Verbindung von Holzhausen nach Igling keine Mittel hätte. Mittel wurden auch gefordert, um den Spielplatz zu erneuern. Das gelte für neue Spielgeräte ebenso wie für die Einzäunung des Spielplatzes. Für dringend erforderliche Bauplätze im Iglinger Ortsteil gibt es Überlegungen, informierte Weinmüller weiter. Zum Sachstand Urnenwand im Friedhof: Dort ist das Fundament bereits erstellt. Der Baubeginn sei für das nächste Frühjahr geplant aber die Maßnahme müsse noch durch den Gemeinderat abgesegnet werden.

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