Utting Der Landesvorsitzende der Grünen, Dieter Janecek, hat im Rahmen der "Grünen Wachstumstour" Station in Utting gemacht. Janecek besuchte mit der Grünenpolitikerin Beate Walter-Rosenheimer aus dem Raum Fürstenfeldbruck den Betrieb Kaiser Heizungstechnik. Im Zentrum der Tour steht das Thema Wachstum, beziehungsweise die Fragen, "Ist eine Wirtschaft ohne Wachstum möglich?", beziehungsweise "Ist qualitatives Wachstum ein Königsweg?"

Nein auf die erste und Ja auf die zweite Frage, so dürfte die Antwort lauten, die sich aus dem Betrieb Kaiser ableiten lassen. Georg Kaiser hat seinen Betrieb 1986 gegründet und beschäftigt mittlerweile 21 Arbeitskräfte. Damit zählt er im Landkreis zu den großen Betrieben. Früher habe es viel größere Firmen gegeben, so Kaiser. Er nennt das Traditionsunternehmen Ammon in Weilheim, welches rund 100 Mitarbeiter beschäftigte. Vom Einbruch in der Baubranche und dem Zurückfahren öffentlicher Aufträge betroffen, musste das Unternehmen jedoch 2005 Insolvenz anmelden. Kaiser hatte überlegt, sich nur auf Erneuerbare Energien zu spezialisieren, was jedoch aus wirtschaftlichen Gründen nicht möglich war.
"Wir haben hier eigens mehrere Mitarbeiter für den Kundendienst", erläuterte Kaiser. Denn die meisten Aufträge beträfen keine Neubauten, sondern Einfamilienhäuser in und um Utting. Kaiser kritisiert, dass die Qualität der Ausbildung in seinem Fachbereich abgenommen habe und dies bei immer komplexerer Technik. "Es gibt tolle Produkte auf den Messen zu sehen", verweist Kaiser darauf, dass im Bereich Energietechnik viel Innovation steckt. Dazu brauche es aber das Fachpersonal, um die Technik zu vermitteln. Und den Handwerksbetrieben fällt es immer schwerer, passende Mitarbeiter zu finden: "Wir suchen händeringend zwei Lehrlinge", erläutert auch Steffi Höfle von der Zimmerei Höfle. Janecek sieht darin eine gesellschaftliche Entwicklung: "Der Trend geht nicht hin zum Handwerk." Viele wollten offensichtlich lieber einen Beruf am Computer und nicht in der Werkstatt.
Geothermie wird positiv bewertet
Janecek geht es "um Lösungen in der Politik" und er will über seine Bayerntour positive Beispiele aufzeigen. Als grundsätzlich positiv bewertet wurden in der Runde, an der sich auch Jürgen Höhl von der Uttinger Bund-Naturschutzgruppe beteiligte, die Planung eines Geothermie-Kraftwerks eingeschätzt. Den Grünen geht es auch darum, einen anderen Messwert für Wohlstand zu entwickeln als das Bruttoinlandsprodukt. Janecek interessieren Modelle, die auch ehrenamtliche Arbeit, Umweltschäden oder auch den sozialen Faktor in einen Wirtschaftsindex mit einbeziehen. Soziale, aber auch globale Gerechtigkeit stehen im Fokus und eine Veränderung der Mobilität. Es stimme auch nicht, dass es kein Geld mehr gebe. "Es gibt viele Leute, die in diesem Bereich investieren wollen." (smi)
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