Dettenschwang (sja) - Sie sind sicher schon vielen aufgefallen, die neuen Hundetoiletten, die in letzter Zeit in ganz Dießen aufgestellt worden sind. Die Gemeinde hat damit den Bestand in Dießen und seinen Ortsteilen von bisher 7 auf 47 Stück aufgestockt. Damit hofft sie, die Verunreinigung von Straßen, öffentlichen Plätzen sowie landwirtschaftlich genutzter Wiesen und Weiden durch Häuflein einzudämmen.


Insbesondere Letzteres stellt ein großes Problem dar, denn durch Hundekot verunreinigtes Viehfutter kann zu schwerwiegenden Krankheiten im Viehbestand führen. Daher lud die Gemeinde zu einer Informationsveranstaltung über die gesundheitlichen Auswirkungen von Hundekot nach Dettenschwang.
Parasit ist nicht so stark verbreitet
Referent und Tierarzt Dr. Jochen Sander begrüßte es, dass sich sowohl Hundehalter wie auch Landwirte zu diesem Termin eingefunden haben, um die Thematik zu diskutieren. In seinem Vortrag erklärte Dr. Sander, dass, entgegen der weitverbreiteten Meinung, nur 0,1 Prozent aller Hunde den Parasiten neospora caninum über ihren Kot ausschieden. "Neospora caninum verursacht bei Rindern weltweit am häufigsten Fehlgeburten." Dass dieser Erreger selten von Hunden übertragen wird, hängt laut Sander damit zusammen, dass heutzutage viele Hunde Industriefutter fressen und der Parasit nur über rohes Fleisch übertragen werden kann.
Hochleistungskühe können daran sterben
Dennoch birgt eine Verunreinigung von Viehfutter durch Hundekot für Rinder große Gefahren. Insbesondere Hochleistungskühe seien betroffen, so Sander. Eine Magenverstimmung durch Hundekot löse beim Rind schwere Stoffwechselstörungen aus, die teilweise zum Tod des Tieres führen könnten, erläuterte Sander die physiologischen Hintergründe.
Eben diese Sorge äußerten mehrere Landwirte, die nicht verstehen können, dass einige Herrchen trotz oftmaliger Hinweise seitens der Bauern weiterhin eine Verunreinigung der Wiesen und Weiden durch ihre Hunde zuließen. Hundebesitzer berichteten wiederum, dass sie in der Vergangenheit teilweise von Landwirten in einem sehr rauen Ton, der bis zur Beleidigung reichte, angesprochen worden seien.
Es ist auch eine Ordnungswidrigkeit
"Konflikte entstehen oft, weil der falsche Ton gewählt wird", meinte auch Dr. Sander, der selber einen Hund hat. Er rief jedoch die Hundebesitzer in die Pflicht, den Kot ihrer Tiere wegzuräumen, insbesondere, wenn die neuen Hundetoiletten diese Aufgabe erleichtern. Denn neben den Krankheiten, die dadurch bei Rindern verursacht werden können, stelle das Liegenlassen von Hundekot ebenso eine Ordnungswidrigkeit dar, die entsprechend geahndet werden könne. "Es sollte zur Selbstverständlichkeit werden die Exkremente zu entsorgen", sagte auch eine Hundehalterin.
Der Tierarzt bat alle anwesenden Hundehalter, andere Hundebesitzer über diese Notwendigkeit aufzuklären. An der Thematik dran bleiben will auch Bürgermeister Herbert Kirsch. Auch er äußerte die Bitte, die aufgestellten Hundetoiletten zu nutzen.
Weiterer Vortrag Am Donnerstag, 30. Oktober, findet in Dießen um 20 Uhr im Wirtshaus am Kirchsteig die zweite Informationsveranstaltung mit Dr. Sander zum Thema Hundekot statt.
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