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17. Juli 2011 18:45 Uhr

Podiumsdiskussion

Lieber Mühlstraße als Seeanlagen

Nach dem Ideenwettbewerb ist es um das Dießener Seeufer ruhig geworden

Dießen Was machen eigentlich die Seeanlagen nach dem entschiedenen Wettbewerb? Eine in den vergangenen drei Jahren immer wieder gestellte Frage hat die Architektenvereinigung „Wessobrunner Kreis“ am Freitagabend bei einer Podiumsdiskussion im „Blauen Haus“ in Dießen aufgeworfen. Und Bürgermeister Herbert Kirsch gab die Antwort prompt. Vorrang habe in den nächsten Jahren die Umgestaltung der Mühlstraße. „Das wird unsere Kapazitäten in den nächsten Jahren binden“, betonte der Rathauschef.

Der vor mehr als drei Jahren entschiedene Ideenwettbewerb hatte in Dießen manche Erwartung geweckt. Doch bislang hat sich das Erscheinungsbild zwischen Bahngleis und Ufer nur unwesentlich geändert. Von den Ideen der Preisträgerin Rita Lex-Kerfers wurde bislang nur die neue Gleisquerung nördlich des Bahnhofsgebäudes verwirklicht. Im nächsten Jahr soll dann auch das Kneipp-Becken in den Boxler-Anlagen erneuert werden.

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Als vordringlich war zunächst das Aufhübschen des Festplatzes, bis dato eine „öde Steinwüste“ (Kirsch), angesehen worden. Doch hier bremsten die Altlasten die Gemeinde aus. Zwei bis drei Jahre werden die Untersuchungen wohl in Anspruch nehmen, so der Rathauschef. An anderen Stellen der Seeanlagen ist der Handlungsspielraum der Kommune zudem eng: Vor allem der zentrale Bereich um Dampfersteg, Kunstpavillon und Mühlbachmündung ist der gemeindlichen Planungshoheit ohnehin entzogen.

Bemühungen sind bisher im Sande verlaufen

Nicht nur dieser Teil liegt außerhalb des Gemeindegebiets. Bemühungen der Gemeinde, etliche relevante Flächen einzugemeinden, sind bisher im Sande verlaufen. Auch das Thema Gastronomie am Seeufer dürfte einen langen Atem erfordern. Der beste Platz dafür, so interpretierte Kirsch den Ideenwettbewerb, sei der Platz am Strandhotel. Doch hier ist die Gemeinde an ein Erbbaurecht gebunden, dessen 99-jährige Laufzeit noch nicht einmal zur Hälfte abgelaufen ist. Kirschs Fazit: Wegen der vielen Unbekannten sei der Seeanlagen-Komplex derzeit nicht zu stemmen. Deshalb – und der marode Mühlbach-Durchlass in der Fischerei habe dazu einen Anlass geboten – werde jetzt der Blick auf die Mühlstraße gerichtet.

Den Einwand von Moderator Jürgen Bahls, „aber dann machen Sie doch eine zweite Baustelle auf, obwohl Sie die erste noch gar nicht richtig angefangen haben“, ließ Kirsch nicht gelten: „Es zeichnet den Gemeinderat aus, dass er Chancen erkennt.“ Noch vor der nächsten Kommunalwahl 2014 solle Baubeginn sein.

Auch die Kritik der Architekten, dass die Gemeinde zur Mühlstraße keinen Wettbewerb wolle, wies Kirsch zurück. Das Thema sei nicht so komplex wie die Seeanlagen und mit dem Ausbau der Bahnhofstraße vergleichbar: „Das haben wir auch hingekriegt, und eventuelle Widerstände sehe ich sportlich.“ Vergebens sei der Seeanlagen-Wettbewerb nicht gewesen, betonte Kirsch auf einen entsprechenden Einwurf des UBV-Vorsitzenden Bodo Leimkohl: Der Rahmenplan sei eine gute Gesprächsgrundlage mit dem Finanzminister, wenn demnächst wieder über eine Eingemeindung von außermärkischem Gebiet gesprochen wird. Kirsch: „Da muss ich was vorzeigen, damit ich diese Bretter bohren kann.“

Damit bewenden lassen wollten es Kirschs Mitdiskutanten nicht ganz: Wolf-Eckart Lüps empfahl, zumindest den unmittelbaren Uferbereich neu zu gestalten, um auch den Bereich des Strandhotels besser anzubinden. Felix Bembé, der Vorsitzende des Wessobrunner Kreises, wies darauf hin, dass die künftige Mühlstraße zu einem harmonischen Gesamtbild in Verbindung zu den Seeanlagen beitragen müsse.

Auch die Wettbewerbssiegerin Rita Lex-Kerfers ermunterte dazu, zumindest durch eine Stufenanlage an der Uferlinie einen „Impuls zu setzen“. Und Kollege Michael Gebhard sagte: „Wir haben bisher zu sehr im peripheren Bereich gearbeitet.“ Freilich wisse er, „es ist fast die Regel, dass Wettbewerbe im Sand stecken bleiben“. Der Bürgermeister versicherte schließlich: „Was notwendig ist, das machen wir.“

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