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17. November 2010 18:40 Uhr

Kreis Landsberg

Mann flüchtet mit Sohn nach verlorener Verhandlung

Eine Spur führt in den Kreis Landsberg. Nachdem ein Mann in Ebersberg den Sorgerechtsstreit gegen seine Ex-Frau um seinen Sohn verloren hatte, ist er mit dem Kind aus dem Justizgebäude geflüchtet.

Gerichtsakten.

Eine Spur in einem Ebersberger Sorgerechtsdrama führt in den Landkreis Landsberg. Nachdem er am Montag vor dem Amtsgericht Ebersberg den Sorgerechtsstreit gegen seine ehemalige Frau um seinen zehn Jahre alten Buben verloren hatte, ist ein 44-Jähriger mit seinem Sohn aus dem Justizgebäude geflüchtet. Der Mann lebt laut Behörden in der Gemeinde Schwifting.

Es war bis zum späten Nachmittag ein normaler Verhandlungstag vor dem Ebersberger Amtsgericht, ehe kurz nach 16 Uhr die Sorgerechtsangelegenheit zugunsten der 46 Jahre alten Mutter aus Baldham geklärt wurde. "Es war eigentlich geplant, dass das Kind an die Richterin oder die Mutter übergeben wird. Stattdessen haben sich Vater und Sohn aneinandergeschmissen und sind aus dem Justizgebäude gelaufen", sagt Amtsgerichtsdirektorin Angela Felzmann-Gaibinger. Die zuständige Richterin habe noch die Polizei gerufen. Die Suche nach Vater und Sohn blieb aber ergebnislos. Nach Medienberichten habe der Mann in der Nähe des Amtsgerichtes sein Auto zurückgelassen und sei zu Fuß mit dem Sohn geflüchtet.

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Nachdem der Bub vor einigen Wochen zu Besuch bei seinem Vater in Schwifting war, wurde er bis zur Verhandlung von dem 44-Jährigen nicht mehr zu seiner im Landkreis Ebersberg lebenden Mutter zurückgebracht, wie die Direktorin erläuterte. "Der Fall ist aber nicht hochgekocht, weil sich die Mutter in dieser Tragödie zurückgehalten hat." Und diese endete am Montag mit der Flucht von Vater und Sohn aus dem Gerichtsgebäude offenbar in Richtung Schwifting.

Der Fall hat mittlerweile auch das Amt für Jugend und Familie am Landratsamt Landsberg erreicht. "Das Landratsamt Ebersberg hat sich am Dienstag mit unserem Jugendamt in Verbindung gesetzt und uns über den Fall unterrichtet", sagte Pressesprecher Wolfgang Müller gestern auf LT-Nachfrage. Die Mutter des Zehnjährigen, bei der ein weiterer, neunjähriger Sohn des früheren Paares lebt, habe gestern einen Antrag auf Herausgabe des Kindes beim zuständigen Familiengericht im Landkreis Ebersberg gestellt.

Wann der kleine Bub nun zu seiner Mutter gebracht wird, und ob die Polizei in den Fall eingeschaltet wird, ist offen. Norbert Neugebauer vom Landratsamt Ebersberg: "Wir müssen noch Abstimmungen im Zuständigkeitsbereich treffen. Der ist nämlich noch nicht geklärt." (wimd)

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