Freitag, 2. Dezember 2016

Landsberg

01. August 2015 08:48 Uhr

Utting

Markise: Kein Geld für Alternative

Gemeinde will sich nicht an Kosten für neuen Sonnenschutz beteiligen. Höhenüberschreitung ist rechtlich nicht so relevant. Abbau erst 2018 oder gar nicht?

i

Die Gemeinde will in Sachen Markise nicht tätig werden. Die Mehrheit im Gemeinderat lehnte es ab, sich an Kosten für eine Alternative zu beteiligen.
Foto: Julian Leitenstorfer

Die Gemeinde Utting beteiligt sich nicht an den Kosten für einen neuen Sonnenschutz fürs Strandbad. Die „Strandbadfreunde“, eine Initiative von Uttingern, die das Strandbad von der umstrittenen Scherenarmmarkise befreien wollen, hatten in der jüngsten Gemeinderatssitzung einen entsprechenden Antrag gestellt und Alternativen für einen Sonnenschutz vorgestellt. Die Markise war 2014 vom Gemeinderat genehmigt worden, unter der Prämisse, dass sie bei Ablauf des Pachtvertrags 2018 abgebaut wird. Da die Anlage zehn bis 40 Zentimeter höher ist als die erlaubten vier Meter, ist eine Tektur nötig. Sie war zu kurzfristig eingegangen, als dass sie am Donnerstag noch hätte behandelt werden können.

Architektin Cornelia Bader von den Strandbadfreunden stellte mehrere Varianten vor, zumeist die Aneinanderreihung mehrerer Sonnenschirme oder auch ein Sonnensegel, wie es beim Restaurant Fischer Ammersee in Stegen zu sehen ist. Dem Pächter Rupert Riedel sei wichtig, dass sie elektronisch ein- und ausfahrbar seien. Die von Bader ermittelten Kosten liegen bei 25000 bis 34000 Euro. Sturm und Wetter halten diese Abdeckungen nicht in dem Maße aus wie die seit Ostern im Strandbad stehende Konstruktion. „Die Markise kann viel, man sieht es ihr aber auch an“, sagte Bader.

ANZEIGE

Die Idee der Strandbadfreunde war, dass der Gemeinderat signalisiert, Gelder für Alternativen bereitzustellen und die Strandbadfreunde sich um Spenden und Zuschüsse kümmern sowie mit dem Pächter gemeinsam auch nach einer Lösung für die Schwenkarmmarkise suchen, die abgebaut werden soll. „Wenn der Gemeinderat nicht hinter uns steht, laufen wir uns tot“, sagte Cornelia Bader.

Diesen Weg mitgehen wollten vor allem die Gemeinderäte der CSU/Bürgerliste: Gegen die Bedenken von Florian Hänsch (SPD), dass die Gemeinde nicht dem Pächter die Beschattung finanzieren könne, führte Karl Sauter an, dass die Gemeinde dann Eigentümerin des neuen Sonnenschutzes würde. Verärgert reagierte unter anderem Ralf Stief darauf, dass jetzt erst ein Tekturantrag gekommen sei. „Mich stört diese Hinhaltetaktik, und es hätte mich interessiert, ob die Markise wieder so beschönigend dargestellt wird.“ Als der Gemeinderat das Thema 2014 auf dem Tisch gehabt hatte, war aus den vorgelegten Skizzen die Dimension kaum ersichtlich, beispielsweise die Scherenarme nicht deutlich erkennbar. Andreas Streicher sieht hier eine grafische Irreführung, die als Argument verwendet werden könnte, um die Tektur abzulehnen.

Denn laut Bürgermeister Josef Lutzenberger (GAL) hat das Landratsamt schon durchblicken lassen, dass die geringfügige Höhenüberschreitung nicht als so relevant bewertet wird, dass das Baugesuch abgelehnt werden könnte.

Während Florian Münzer und Renate Standfest von der GAL die Markise „scheußlich“ finden, aber auch die Problematik sehen, dass der Gemeinderat der Anlage zugestimmt hat, gab es in dieser Fraktion auch Gemeinderäte, die für den Status quo eintraten: Christian Strohmeier erinnerte an eine Veranstaltung im Mai, bei der sich auch Befürworter der Scherenarmmarkise zu Wort gemeldet hatten, und Peter Noll erzählte von der Möglichkeit, unter der Markise sitzend Gewitterstimmungen am See zu erleben. „Außerdem will ich jetzt nicht Geld für etwas ausgeben, was ich in drei Jahren umsonst haben kann.“ Münzer befürchtet jedoch einen Gewöhnungseffekt: „Sie sieht greislich aus, aber steht dann halt.“

Unbeantwortet blieb die Frage von Margit Gottschalk (CSU/Bürgerliste), was die Markise eigentlich gekostet habe und es gab auch keine Prognosen, wie gut sich die Anlage wieder verkaufen lässt. 10:7 fiel schlussendlich die Entscheidung, dass sich die Gemeinde nicht an Alternativen beteiligt.

i

Mehr zum Thema
Ihr Wetter in Landsberg
02.12.1602.12.1603.12.1604.12.16
Wetter Unwetter
                                                Wetter
                                                Regen
	                                            Wetter
	                                            wolkig
                                                Wetter
                                                wolkig
Unwetter-2 C | 4 C
-5 C | 1 C
-5 C | 0 C
Das Wetter aus Ihrer Region
Nachrichten in Ihrer Region
Augsburger Allgemeine Aichacher Nachrichten Augsburger Allgemeine Donau Zeitung Donauwörther Zeitung Friedberger Allgemeine Günzburger Zeitung Illertisser Zeitung Landsberger Tagblatt Mindelheimer Zeitung Mittewlschwäbische Nachrichten Neu-Ulmer Zeitung Neuburger Rundschau Rieser Nachrichten Schwabmünchner Allgemeine Wertinger Zeitung
Ein Artikel von
Stephanie Millonig

Landsberger Tagblatt
Ressort: Lokalnachrichten Ammersee


Alle Infos zum Messenger-Dienst
Top-Angebote

Unternehmen aus der Region

Partnersuche