Greifenberg Nachdem er einen Supermarkt in Greifenberg überfallen hatte, feuerte ein Räuber kaltblütig auf einen jungen Mann, der ihn vor dem Supermarkt ansprach. Der 23-jährige Windacher erlitt einen Oberschenkeldurchschuss und liegt schwer verletzt im Krankenhaus. Laut Polizeibericht besteht jedoch keine Lebensgefahr, der junge Mann konnte schon über den Tathergang befragt werden. Von Stephanie Millonig

Der maskierte Täter betrat den Netto-Markt in der Hauptstraße kurz vor 20 Uhr. Er bedrohte eine Kassiererin mit einem Revolver und einem handgranatenähnlichen Gegenstand, wie Polizeisprecherin Michaela Grob berichtet. Er erzwang damit die Herausgabe der Tageseinnahmen in vierstelliger Höhe. In dem Laden befanden sich zwei Kunden, zwei Kassiererinnen und ein Kind.
Der Windacher, der seine Ehefrau abholen wollte, sah den Räuber aus dem Laden kommen, folgte ihm und sprach ihn an. "Der Täter hat sich umgedreht und hat geschossen", so Michaela Grob. Den Aussagen der Zeugen nach verhielt sich der Kriminelle ruhig und zielgerichtet. Er fuchtelte im Supermarkt nicht mit dem Revolver herum und lief auch nach dem Schuss einfach weiter. "Er war offensichtlich nicht aus der Fassung gebracht", berichtet die Polizeisprecherin.
Großaufgebot war in Kürze zur Stelle - ohne Erfolg
Der Täter floh nach Süden, Richtung Sportplatz. Ein Großaufgebot der Polizei war im Einsatz, um ihn zu ergreifen: Rund 60 Personen, Zivilkräfte, Unterstützungskräfte des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd, Diensthunde und Hubschrauber, suchten die Gegend ab - jedoch ohne Erfolg. "Die Fahndung lief sehr schnell an", sagt Michaela Grob, die Polizei sei sofort mit sehr vielen Kollegen vor Ort gewesen. Ob es ein Fluchtfahrzeug gab, kann Grob derzeit nicht sagen, der Hubschrauber habe kein verdächtiges Fahrzeug bemerkt.
Der Verletzte hatte insofern Glück, dass auch eine Gruppe Jungfeuerwehrler zufällig vorbeikamen: Sie legten einen Verband an und leisteten Erste Hilfe, bis der Notarzt kam. Die zwei Kunden, die beiden Kassiererinnen und das Kind, wurden von der Verhandlungsgruppe des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord betreut. Dabei handelt es sich um psychologisch geschulte Polizisten, die sich um Gewalt- oder Unfallopfer sowie Helfer kümmern.
Täter trägt Strumpfmaske
Die Polizei warnte noch in der Nacht davor, dem Täter zu folgen oder einen Anhalter mitzunehmen. Bei dem Räuber handelt es sich um einen etwa 185 Zentimeter großen Mann, der schlank war und mit einer dunklen Strumpfmaske maskiert. Er trug eine Brille und war mit einer dunklen Flecktarnjacke und Jeans bekleidet. Welches Alter der Mann hatte, war aufgrund der Strumpfmaske schwer einzuschätzen. Er äußerte sich auch nur in kurzen Sätzen. Möglicherweise hatte er einen osteuropäischen Dialekt, was aber aufgrund der wenigen Worte die er sprach, nicht sicher ist.
Die Kripo Fürstenfeldbruck ermittelt nun wegen schwerer räuberischer Erpressung. Laut Michaela Grob ist es der erste Fall seit dem Bestehen des Polizeipräsidiums Nord, seit einem Jahr, dass bei einem Überfall auf einen Menschen geschossen wurde.
Hinweise an die Polizei in Fürstenfeldbruck, Telefon: 08141/6120, oder an jede andere Polizeidienststelle.
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