Eine bundesweite Studie belegt: Die neuen Bachelor-Studiengänge haben die Zahl der Studienabbrecher - anders als erhofft - nicht verringert. Wie die Situation speziell in Augsburg aussieht, ist unklar.
An der Uni und der Hochschule (früher Fachhochschule) hat man keine Zahlen über Studienabbrecher. An der Hochschule will man es nun aber genauer wissen. Dort startet jetzt eine Untersuchung.
Deutschlandweit hat sich das Hochschulinformationssystem (HIS) den Trend angesehen. Danach brechen an Universitäten 25 Prozent der Studienanfänger ihr Bachelor-Studium ab, an Fachhochschulen sind es 39 Prozent. Die durchschnittliche Abbrecherquote über alle Fächer hinweg liegt nach der HIS-Studie deutlich niedriger und hat sich in den vergangenen Jahren auch weiter verringert.
In Augsburg sei es noch zu früh, verlässliche Aussagen zum Trend zu machen, sagen die Vertreter der Hochschulen. Die neuen Studiengänge mit dem internationalen Abschluss "Bachelor" seien in Bayern noch nicht lange genug eingeführt. Dazu kommt, dass weder Uni noch Hochschule eigene Statistiken über ihre Studienabbrecher führen.
"Wir können nur den Schwund erkennen, aber nicht, was mit den Studenten passiert", sagt Tatjana Dörfler, Kanzlerin an der Hochschule. Dort weiß man bislang nur, dass im Schnitt 30 Prozent eines Studienjahrgangs bis zum Abschluss "verschwinden". Das können aber nicht nur Abbrecher sein, sondern auch Fachwechsler oder Hochschulwechsler. Generell gilt laut Dörfler die Erfahrung: Je intensiver Studenten beraten werden, umso eher bleiben sie dabei. Präsident Hans-Eberhard Schurk wagt die Prognose, dass von den neuen Bachelor-Studenten eher weniger aufgeben. Die Hochschule will es jetzt mit einer hauseigenen Studie genau herausfinden. Ergebnissen sollen im Wintersemester vorliegen.
An der Uni Augsburg registriert man momentan eine leichte Zunahme von Studenten, die sich nicht zum Studium zurückmelden. Als Ursache vermutet Sprecher Klaus Prem die Einführung der neuen Studiengebühren von 500 Euro pro Semester und nicht die Bachelor-Studiengänge. Langfristig deute an der Uni alles darauf hin, dass die Zahl der Studienabbrecher abnimmt, so Prem. Unterschiede gibt es in den verschiedenen Fächern: Bei Geistes- und Sozialwissenschaftlern halten offenbar fast alle Bachelor-Studenten durch, bei Naturwissenschaftlern ist das nicht der Fall. Konkrete Zahlen konnte Prem auf Anfrage nicht nennen. (eva)
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