Dienstag, 21. Mai 2013

26. Oktober 2011 18:00 Uhr

Reaktionen

„Mit einem blauen Auge davongekommen“

Die Überraschung in der Politik hält sich in Grenzen. Hilfen für betroffene Kommunen gefordert

Landsberg, Penzing Für Landsbergs LandratWalter Eichner ist die Region bei den Standortentscheidungen des bundesverteidigungsministeriums noch einmal „mit einem Blauen Auge“ davongekommen, wobei sein Blick durchaus auch in die Nachbarlandkreise geht: „Das macht mich schon betroffen, wenn ich an die Schließungen in Fürstenfeldbruck, Kaufbeuren wie auch die Auflösung des Jagdbombergeschwaders in Lechfeld betrachte.“ Diese seien bislang potenzielle Arbeitsstellen für Soldaten und Zivilangestellte aus dem Landkreis gewesen.

Landsbergs Oberbürgermeister Ingo Lehmann verfolgte die Presseerklärung von Verteidigungsminister Lothar de Maizière von der heimischen Couch aus. Das Stadtoberhaupt hatte sich an der Achillessehne operieren lassen und somit viel Zeit, den Ausführungen des Ministers aufmerksam zu folgen. Allerdings hörte er nicht viel überraschendes. Zum einen war er durch Gespräche mit Oberst Klaus Schuster immer auf dem Stand der Dinge, was ihn aber schockiere, sei das Aus für den Standort Fürstenfeldbruck: „Das hat in der Dimension direkte Auswirkungen auf den Landkreis“, was Zulieferbetriebe oder Zivilbedienstete angehe.

ANZEIGE

Penzings BürgermeisterJohannes Erhard war gestern ein gefragter Interviewpartner und musste zahlreiche Medienanfragen aus der ganzen Republik beantworten. Auf die Nachricht der Standortauflösung bis zum Jahr 2020 reagierte er mit „Bestürzung und Hoffnung zugleich“. Für ihn war der gestrige Tag ein ähnlicher wie der im Jahr 2004, als bekannt wurde, dass das LTG nur bis zum Jahr 2020 fliegen werde. „Die Standortauflösung ist nun absolut neu für uns. Aber wir sollten abwarten, weil sich in der Politik schnell wieder etwas ändern kann.“ In all den Jahrzehnten habe die Gemeinde eine enge Verbindung zur Bundeswehr gepflegt: „Penzing und Bundeswehr – das ist eins“, so Erhard, der auch einen Einbruch bei der Wirtschaftskraft der Gemeinde und des Landkreises befürchtetet.

Die Gemeinden dürfe man nicht „im Regen stehen lassen“, fordert Landtagsabgeordneter Ludwig Hartmann Hilfen für die Kommunen bei der Konversion. Es komme vor allem darauf an, nicht im „Gießkannenprinzip“ Mittel zu verteilen, sondern zielgerichtet Städte in strukturschwachen Regionen unter die Arme zu greifen.

Hilfe bietet auch OberstabsfeldwebelHelmuth Müller, Vorsitzender des heimischen Bundeswehrverbandes, den betroffenen Soldaten an. Der verband stehe bereit, wenn Unterstützung benötigt werde: „Wir wollen sicherstellen, dass niemand hinten runter fällt.“

CSU-LandtagsabgeordneterDr. Thomas Goppel legt nachhaltigen Wert darauf, dass die Staatsregierung zusammen mit dem Bund frühzeitig beredet, wie die freiwerdende Flächen in Penzing neuen wirtschaftlichen Nutzen zugeführt bekommen. „Am Beispiel Landsberg ist aus der Vergangenheit deutlich belegt, dass Neuorientierung unter anderem auch mit Blick auf die Arbeitsplätze zu soliden Erwartungen berechtigt.“ (hön/wimd)

Jetzt bestellen! Das neue iPad inkl. e-Paper.

Artikel kommentieren

Schlagworte

Landsberg

Nachrichten in Ihrer Region
Augsburger Allgemeine Aichacher Nachrichten Augsburger Allgemeine Donau Zeitung Donauwörther Zeitung Friedberger Allgemeine Günzburger Zeitung Illertisser Zeitung Landsberger Tagblatt Mindelheimer Zeitung Mittewlschwäbische Nachrichten Neu-Ulmer Zeitung Neuburger Rundschau Rieser Nachrichten Schwabmünchner Allgemeine Wertinger Zeitung
Schlagzeilen aus der Nachbarschaft
Hauptplatzumbau in Landsberg (Phase 2)

Hauptplatzumbau in Landsberg


Veranstaltungen vom 21.05.2013
Partnersuche