„Einfach gut“ sollten die Werke der 65 Künstler sein, die sich für den Dießener Keramikpreis 2012 beworben haben. Und dieses Motto trafen laut Jury die Teilnehmerinnen Si Sook Kang aus Kellinghusen und Maria Fischer aus Passau am besten. Sie treten in die Fußstapfen ihrer Männer, die ebenfalls Dießener Keramikpreisträger sind.
Die Auszeichnung, die mit 3000 Euro dotiert ist, wurde am Donnerstagabend von Marktleiter Wolfgang Lösche im Traidtkasten im Rahmen des Dießener Töpfermarkts verliehen. Die Jury bestand aus Vertretern der Neuen Sammlung, der Handwerkskammer, des Kulturamtes Lorsch, einem Keramiksammler und der Preisträgerin von 2011, Elke Sada. Die Fünf haben sich nach langen Überlegungen auf die Porzellan-Dose in zartem Hellblau von Si Sook Lang geeinigt. In der Jury- Bewertung hieß es: „Die Dose mit Seladonglasur ist klar und schnörkellos auf die reine Form in vollendeter Proportion und makelloser monochromer Farbwirkung reduziert.“ Ganz anders ist die Arbeit von Maria Fischer (Standnummer 62). Die Kunsthandwerkerin stellt Gebrauchsgeschirr für den Alltag her. Ihre schlichten weißen Teller haben die Jury ebenfalls überzeugt: „Mit wenigen zarten Details verleiht sie ihren Stücken etwas charmantes liebenswürdiges, ohne dabei aber nostalgisch zu werden“ so der Lösche. „Sieht man ein Stück, möchte man mehr davon haben, es ist einfach gut.“ Fischer freute sich sehr über die Auszeichnung: „Meine Werke sind handwerklich weniger aufwendig“ erklärt sie. Das Thema „einfach“ passe daher gut zu ihrer Arbeit. Neben den Keramikerinnen wurde auch die Kunstperformance „Bread Head“ ausgezeichnet. Valentin Manz und Lebenspartnerin Christine Cynn aus London backen am Töpfermarkt echtes Brot in handgetöpferten Formen.
Keramikpreis-Ausstellung im Traidtcasten neben dem Marienmünster ist heute und morgen noch jeweils von 10 bis 18 Uhr zu sehen.