Landsberg Unter Jubelrufen und minutenlangem Applaus ging das Abschlusskonzert der 12. Landsberger Sommermusiken am vergangenen Sonntagabend in der Aula der Landsberger Berufsschule zu Ende. Felix Mendelssohn-Bartholdys Vertonung von Shakespeares Sommernachtstraum, kongenial arrangiert von Wolfgang Renz für das 14-köpfige Ensemble der Sommermusiken riss die Zuhörer im übervollen Foyer zu Begeisterungsstürmen hin.

Dieses Stück war das würdige und zugleich heitere Finale eines hochmusikalischen Sommerwochenendes. Wer nach den drei kammermusikalischen Highlights der ersten Hälfte der Aufführung noch eine Steigerung erwartete, wurde nicht enttäuscht. Mit einer gewitzten Kurzfassung der Shakespeareschen Komödie, die der bekannte Berliner Schauspieler und beständige Begleiter der Sommermusiken, Hans-Jürgen Schatz, eingerichtet und auch selbst mit großer Verve und Empathie vorgetragen hatte, gelang tatsächlich im Wechsel mit Mendelssohns-Bartholdys Musik ein weiterer letzter Höhepunkt.
Das Programm des Abends war so erlesen wie beeindruckend. Auf Mendelssohn-Bartholdys "Konzertstück" Nr. 1 in f-moll, opus 113, ursprünglich am 30. Dezember 1832 komponiert für Klarinette, Bassetthorn und Klavier in der Fassung für Oboe (Christoph Hartmann), Fagott (Mor Biron) und Streicher (Cornelia Gartemann, Veronica Passin, Martin von der Nahmer sowie Clemens Weigel), folgte ein hübsch barockes Trio für Violine (Philipp Bohnen), Viola (Martin von der Nahmer) und Violoncello (Clemens Weigel), opus 20 Nr. 6, von Felice Giardini.
Grandiose Interpretation
"Premier Trio pour le piano" hatte Chopin im Jahre 1829, also 19- jährig, in Warschau seine Komposition überschrieben. Ein "erstes Trio", dem niemals ein weiteres folgen sollte. In der Literatur wird dieses Stück oft als "Klavierkonzert mit Streicherbegleitung" bezeichnet. Doch das ist nicht ganz richtig. Zwar hat im Finalsatz des aus heutiger Sicht durchaus konventionell angelegten Stückes das Klavier eine leichte Vorherrschaft, aber die beiden Streicher - Cornelia Gartemann an der Violine, Clemens Weigel am Violoncello zeigten in ihrer grandiosen Interpretation wie Chopin auch ihre Stimmen zum Tragen kommen lässt. Angela Gassenhuber am Klavier war dabei mehr als nur eine Begleitung.
Im Finale Allegretto waren schon die späteren Noctürnen und Etüden herauszuhören, die wir von Chopin als dem Komponisten für Klavier schlechthin kennen. Felice Giardinis Trio war eine wunderbare Kontrastierung zu Mendelssohn-Bartholdys Konzertstück. Sauber in der Anlage, schön durchkomponiert. Mit atemberaubendem Gespür für den richtigen Strich glänzte Philipp Bohnen an der Violine. Seine wertvolle Geige, über 250 Jahre alt, aus Mailand stammend, gab einen himmlischen Ton. Einen Klang, der so ätherisch und sanft war wie Christoph von der Nahmers zarte Begleitung auf der Violine, wenn die Elfen bei Shakespeare auftreten.
Großartige Farbigkeit
Die Bearbeitung von Wolfgang Renz ließ eine großartige Farbigkeit entstehen. Selbst die kleinste Nuance der Vorlage hatte Renz erfasst. Es war ein überwältigendes Hörerlebnis, den berühmten Hochzeitsmarsch auf dem Podium zu hören. Kräftig und zärtlich zugleich. Für alle Spieler gab es zum Abschluss Schokolade. Ein Geschenk vom Oberbürgermeister Ingo Lehmann für Weltklasse-Musiker bei einer Weltklasse-Veranstaltung, die im 12. Jahr ihres Bestehens endlich über die Grenzen der Stadt am Lech hinaus wahrgenommen wird als das, was sie ist: Eine kammermusikalische Sensation.
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