Dießen Der Dießener Gemeinderat hält an der Pflasterung der Prinz-Ludwig-Straße an der Josefskapelle fest. Mit 10:9 Stimmen wurde am Montagabend beschlossen, das vorhandene verformte Pflaster auszubauen und durch einen neuen Granitbelag zu ersetzen.

Um künftig Verformungen und die damit verbundenen Geräuschimmissionen zu vermeiden soll als Unterbau eine Betondecke zum Einsatz kommen.
Zwei Lösungsvorschläge hatte Ingenieur Ralf Mitsdörffer bereits vor acht Wochen dem Gemeinderat vorgestellt: eine erneute Pflasterung mit einem verstärkten Unterbau oder eine Asphaltierung. Zu einer Entscheidung rang sich das Gremium damals nicht durch, zumal weitere Vorschläge gemacht wurden: eine auf rot springende Ampel, sobald sich ein Autofahrer mit mehr als 50 Stundenkilometern dem Ortszentrum nähert, ein Fahrbahnteiler oder eine Asphaltierung mit "optischer Verengung".
Die beiden Planer-Vorschläge lagen auch dieses Mal wieder auf dem Tisch, allerdings in etwas veränderter Form: Die Pflastersteine sollten nicht mehr in Reihe angeordnet werden, empfahl Mitsdörffer, sondern in einer Art Fischschuppenmuster, das die Horizontalkräfte besser aufnehmen könne. Die Lärmentwicklung solle durch ebenere Steine begrenzt werden - ähnlich wie am Bahnhof. Auf rund 25 000 Euro bezifferte Mitsdörffer die voraussichtlichen Kosten, wobei die Hälfte möglicherweise vom Insolvenzverwalter der ausführenden Firma erstattet werden könnte.
Kombination mit Fahrbahnteiler
Die Asphalt-Lösung (10 000 Euro) stellte Mitsdörffer auch in Kombination mit einem Fahrbahnteiler am Beginn der Lachener Straße vor. Damit sollte die gewünschte Geschwindigkeitsreduzierung am Beginn des Ortszentrums erreicht werden. Dieser Straßenumbau sei jedoch mit weiteren 60 000 bis 70 000 Euro zu veranschlagen.
Für die günstigste und leiseste Maßnahme
Zunächst überwogen im Gemeinderat die Stimmen für eine Asphaltierung ohne Fahrbahnteiler: "Ich plädiere nach wie vor dafür zu teeren, die günstigste und für die Anlieger leiseste Maßnahme", bekundete Franz Kubat (Dießener Bürger). Robert Lotter (Freie Wähler) ergänzte, ein Fahrbahnteiler im Bereich der Supermärkte und der Kreuzung Lachener-/Prinz-Ludwig-/Bahnhof-/Neudießener Straße bringe keine weitere Temporeduzierung, dafür sorge schon die vorhandene Verkehrsdichte. "Von Norden her ist die Geschwindigkeit überhaupt kein Problem, eher von Süden nach Norden." Thomas Kanzler (Grüne) hob jedoch die Absicht, die Geschwindigkeit zu reduzieren, hevor. Sein Fraktionskollege Michael Hofmann plädierte dafür, "das Pflaster richtig zu verlegen". Bei der vom Planer vorgeschlagenen Bauweise, so die Überzeugung von Franz Sanktjohanser (CSU) entstehe nicht mehr so viel Lärm wie jetzt, was Mitsdörffer bestätigte: "Das Rumpeln haben wir dann nicht mehr." Die Pflaster-Variante fand schließlich eine 10:9-Mehrheit von CSU, Grünen und UBV. Die Vertreter der Freien Wähler, Dießener Bürger, SPD und Bayernpartei stimmten dagegen.
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