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24. November 2010 19:25 Uhr

November-Nebelstimmung

St. Ottilien Keiner leichten Aufgabe stellten sich die musik- und theaterbegeisterten Schüler der Oberstufe des Rhabanus-Maurus-Gymnasiums St. Ottilien mit dem ehrgeizigen Plan, das schon auf vielen professionellen Spielstätten gezeigte Musical "Jekyll & Hyde" des amerikanischen Komponisten Frank Wildhorn auf die Bühne des Ottilianer Festsaals zu bringen.

Die November-Nebelstimmung ist die wohl passendste Jahreszeit um genau dieses Musical aufzuführen. Dabei geht es nicht nur um die Äußerlichkeiten der Wetterverhältnisse. Nein, auch die in diesem Monat speziellen Gedanken zu Tod, Seele und Heil spielen hier eine besondere Rolle. Basierend auf der bekannten Novelle von Robert Louis Stevenson erzählt das Werk die Geschichte des unglücklichen Arztes Dr. Jekyll, der sich auf der Suche nach einer Arznei, die das Böse vom Guten im Menschen trennen soll, im Selbstversuch zu dem grässlichen Mr. Hyde verwandelt und ganz London mit seinen Schreckenstaten in Aufruhr versetzt.

Gleich zwei Hauptdarsteller

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Den beiden jungen Hauptdarstellern, Robert Hüttinger (Jekyll) und Johannes Rind (Hyde) gelang es eindrucksvoll durch ihr Bühnenpräsenz die konträren Seelen der Titelfiguren darzustellen. Leidenschaftliche Euphorie und Verzweiflung gegenüber dämonischem Zynismus wurden hier überzeugend dargestellt - gesangliches und schauspielerisches Können somit verbunden. Auch die weiblichen Hauptdarstellter begeisterten das Publikum. Regie führte Florian Werner, Regieassistenz Kathi Buzin.

Die sanfte und verständnisvolle Verlobte Jekylls wurde in einer Doppelbesetzung verkörpert. Sophie Kühl und Franziska Schneider sangen mit feinen, intonationssicheren Stimmen die lyrischen Passagen ihrer Rolle. Hervorragend, und mit absoluter Selbstsicherheit beeindruckte Julia Kandler als Lucy, die Prostituierte. Ihre stimmliche und körperliche Präsenz verzauberte das Publikum sowohl im temperamentvollen "Bordell-Chanson" als auch in den träumerischen Balladen des zweiten Aktes.

Auch Stefan Hör (Utterson) und Jonathan Skudlik (Sir Danver) standen in ihren sängerischen und gestalterischen Darbietung in keiner Weise ihren Kollegen nach. Die vielen Nebenrollen, Doppelbesetzungen in Schauspiel, Gesang und Tanz (Choreografie: Kirsten Heithoff), eine tolle Lightshow und nicht zuletzt die laufende Verwandlung im Bühnenbild (P-Seminar Kunst), haben eine staunenswerte Vielseitigkeit und Spielfreude im gesamten Ensemble erkennen lassen. Aber was wäre ein noch so guter Sänger ohne seinen "Begleiter"? Schulchor und Orchester haben hier ganze Arbeit geleistet. Konzentriert und taktsicher bildeten sie die musikalische Grundlage und nötige Unterstützung für das gesamte Musiktheater. Insgesamt war es eine organisatorische und musikalische Meisterleistung. Allem voran Christian Schumertl , der als musikalischer Obermanager sicherlich die meisten Lorbeeren verdient. Der Applaus war lang und heftig. (lt)

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