Eduard Heißerer hat Instrument innerhalb von zwei Monaten restauriert

Epfach Orgelbaumeister Gerhard Schmid hätte sich gefreut: Mit seinem Lieblingsstück, dem Bach-Präludium in G-Dur, stellte sein Schüler und Orgelbaumeister Eduard Heißerer aus Prem den neuen Klang der restaurierten Orgel in der Epfacher Kirche vor. Pfarrer Michael Vogg freut sich über den „Wohlklang“ des Instruments, der das ebenfalls frisch renovierte Gotteshaus zum Strahlen bringt. Nun braucht er nur noch einen Organisten und/oder Chorleiter, damit die Gläubigen sich auch regelmäßig an der Orgel erfreuen können.
Gut zwei Monate lang hat Heißerer zusammen mit einem Kollegen an dem Epfacher Instrument gearbeitet. An der 1986 von seinem mittlerweile verstorbenen Lehrer gebauten Orgel hatte sich allerhand Staub und Schmutz – auch von der Kirchenrenovierung im vergangenen Frühjahr – angesammelt, der beseitigt werden musste.
Außerdem, erklärt Heißerer, hatten sich die Schaumstoffe an den Ventilen, die beim Drücken der Tasten den Wind in die Pfeife freigeben, teilweise aufgelöst. Dadurch schlossen die Ventile nicht mehr richtig. Er hat die Ventile wieder neu so belegt, wie es früher üblich war: mit Filz und Leder. Außerdem musste er etliche verrostete Ventilfedern erneuern. Für Chor und Organisten ist mit dem Einbau eines Gitters an der Rückseite des Brüstungswerks ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung gegangen. Denn zuvor war das Register zum Chor hin geschlossen, sodass dieser wie der Organist es nicht richtig hören und entsprechend auch von der Lautstärke her nicht gut einschätzen konnte. Der Organist profitiert zudem davon, dass Heißerer den Tastentiefgang der Manuale etwas verringert hat, um ein leichteres Spiel zu ermöglichen. Außerdem wurden die Registerzüge verlängert, sodass sie nun leichter erreichbar sind.
Jetzt klingt alles milder und ausgeglichener
Für die Gläubigen am besten nachzuvollziehen aber ist der neue Klang der Orgel, deren Restaurierung rund 13000 Euro gekostet hat. In den 80er-Jahren, erklärt Heißerer, hatte man einen sehr scharfen Klang bevorzugt, der manchmal sogar etwas „schrill“ war, wie Pfarrer Vogg betont. Durch feinste Änderung an den Ventilen sowie den Kantspalten, über die die Luft strömt, hat Heißerer diesen Klang nun abgemildert und ausgeglichen. So verschmelzen die zwölf Register der Orgel auch viel besser miteinander, zeigt Heißerer mit dem Präludium. Der Orgelbauer ist recht angetan von dem zwar kleinen, aber feinen Instrument in Epfach. Es könne sowohl die liturgischen Aufgaben im Gottesdienst wie auch die Ansprüche bei Konzerten sehr gut erfüllen, betont er. Nun sucht das Instrument nur noch einen Kirchenmusiker, der „Spaß an der Liturgie und Freude am Instrument“ hat, wie Pfarrer Vogg es formuliert. Denn der bisherige Organist und Chorleiter Thomas Becherer widmet sich ab 1. März neuen Aufgaben: Er übernimmt nach dem Pfaffenwinkel-Chor nun auch die Organisten- und Kirchenchorleiterstelle in Wessobrunn von Joseph Kraus, um sich musikalisch weiterzuentwickeln. Für das Organistenamt in Epfach, erklärt Pfarrer Vogg, müssten pro Woche rund zweieinhalb Stunden, für den Kirchenchor etwa drei Stunden aufgewendet werden. Eventuell könnte die Aufgabe auch geteilt werden. Hauptsache, der wunderschöne Klang der Orgel ist regelmäßig zu hören und erfreut die Gläubigen.
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