Heute kommt die weiß-blaue Säule weg
Dießen Wer ihn noch einmal anschauen möchte, kann dies heute Morgen noch tun: Dann geht der Maibaum – Symbol bayerischen Brauchtums und zugleich Orientierungspunkt mitten in Dießen – den Gang alles Irdischen, weil bei der regelmäßigen Baumprüfung eine Schwachstelle an der Baumspitze auffiel. Um 9 Uhr rücken die Trachtler an, um den Behördenauftrag zu erfüllen und den Baum umzulegen. Unterstützt und gesichert von der Feuerwehr und der Polizei.
Früher als geplant muss der Maibaum am Spitz zwischen Mühlstraße und Fischerei gehen. Stand der Maibaum früher fünf Jahre lang, verkürzt sich die Lebenszeit immer mehr, weil jedes Jahr untersucht werden muss, ob er noch verkehrssicher ist. Die ersten zwei Jahre prüft der gemeindliche Bauhof, ab dem dritten Jahr wird es richtig teuer, weil dann ein Sachverständiger den Zustand des Baumes untersuchen muss. Für den Vorsitzenden der Trachtler, Andreas Huber, und seine Mitstreiter war jede Debatte überflüssig: Der Verein kann sich keine amtliche Begutachtung leisten und wird den am 1. Mai 2009 aufgestellten Baum fällen. Einen neuen gibt es dann aber erst wieder 2013.
Über Generationen, sagt Huosigau-Vorsitzender Sepp Kaindl, seien die Dießener Maibäume immer fünf Jahre gestanden, ohne geprüft zu werden. „Neue versicherungstechnische Vorgaben verkürzen die Bestandszeit der Bäume erheblich. Das ist für einen Verein zu teuer.“ Deshalb stellen sich auch die Trachtler die grundsätzliche Frage, ob der Aufwand, einen Maibaum herzurichten und aufzustellen, für drei Jahre noch leistbar sei. (bb)
|
|
Artikel kommentieren
| Artikel bewerten: