Senioren werden informiert. 78-jähriger Greifenberger sollte 2400 Euro zahlen Von Gerald Modlinger

Betrüger und Abzocker sind nicht nur in Ballungsräumen aktiv. Immer wieder müssen auch die Beamten der Dießener Inspektion Fälle bearbeiten, bei denen gezielt Senioren als Opfer ausgesucht wurden. Diesen werden ominöse Gewinnmitteilungen gemacht, bei denen aber vorher erst mal Bares ins Ausland überwiesen werden muss, um den Gewinn zu erhalten. Oder es werden bei vermeintlich günstige Lederjacken auf einem Parkplatz aus einem Auto als sogenanntes übrig gebliebenes Messeschnäppchen verkauft – oftmals eine derart minderwertige Ware, die selbst geschenkt noch zu teuer wäre. Zuletzt sollte jetzt ein 78-jähriger Mann aus Greifenberg geprellt werden, als ein angeblicher Rechtsanwalt aus Berlin 2400 Euro einforderte, berichtet die Polizei.
Um ältere Menschen zu sensibilisieren, startet nun die Polizei eine lose Reihe von Präventionsveranstaltungen, die Polizeioberkommissar Klaus Riedl in alle Gemeinden des Ammersee-Westufers führen wird. Beginnen wird er am Dienstag, 15. Mai, um 10 Uhr im Augustinum in Dießen. Anschließend sind Vorträge in Senioreneinrichtungen bzw. -vereinen in Utting, Schondorf und Eching, Greifenberg und Finning geplant. „Aufklären und über die Methoden der Abzocker informieren aber auch mögliche Berührungsängste mit der Polizei abzubauen, das ist unser Ziel“, heißt es dazu in einer Pressemitteilung.
Erst am Donnerstag wäre ein 78-jähriger Mann aus Greifenberg beinahe Opfer eines Betrugs geworden, hätten ihm nicht ein Taxifahrer und ein Bankangestellter geholfen. Wie die Polizei meldet, hatte der Senior einen Anruf eines angeblichen Rechtsanwalts aus Berlin erhalten. Dieser teilte ihm mit, er habe sich vor längerer Zeit bei einem Gewinnspiel angemeldet, seither seien 2400 Euro Teilnahmegebühren angelaufen, die per Überweisung sofort zu begleichen seien.
Letztendlich war es aber eine Kaffeefahrt nach Greifenberg, die für die Dießener Polizei den Ausschlag gegeben hat, verstärkt in die Senioren-Prävention einzusteigen. Im November hatten die Fachbehörden von der Verwaltungsgemeinschaft Schondorf und dem Landratsamt mit Unterstützung der hiesigen Beamten eine nicht angemeldete Verkaufsveranstaltung in einer Greifenberger Gaststätte unterbunden. Zahlreiche Senioren aus dem Raum Ingolstadt sollten von zweifelhaften Geschäftemachern aus Norddeutschland überteuerte Haushalts- und Gesundheitsartikel kaufen. Die Verkäufer hatten, als die Behörden zuschlugen, bereits zahlreiche maßlos überteuerte Verträge abgeschlossen.
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