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05. Februar 2012 12:40 Uhr

850 Jahre Landsberg

Raue Töne um das Bayertor

Viele Jubiläumstermine. Bürger gestalten das Festjahr mit eigenen Beiträgen. Programmheft und Homepage

Landsberg Kein großer dicker Klunker, der schwer und unbeweglich an einem Ort verharrt, sollen die Veranstaltungen zum 850. Geburtstag der Stadt Landsberg sein. Eher wie eine Perlenkette, leicht aneinandergereiht, so sieht Oberbürgermeister Ingo Lehmann die Veranstaltungen, Vorträge, Feste und Feiern, die sich über das gesamte Jahr geziehen und an dem sich viele Vereine, Gruppen und Einzelpersonen mit einer Vielzahl von Beiträgen beteiligen.

Eigentlich, so sollte man denken, besteht in der Stadt derzeit wenig Grund, sich mit Freude und Ausgelassenheit diesem außergewöhnlichen Jubiläum zu widmen. Zu sehr verdrängen derzeit die Geschehnisse um mutmaßlich illegale Finanzgeschäfte und der beginnende OB-Wahlkampf die Vorbereitungen für das Festjahr, das in mehrere Teile untergliedert ist und eigentlich keinen typischen Jubiläumshöhepunkt erfährt. Eva Schatz, Öffentlichkeitsreferentin der Stadt: „Wir haben eigentlich zwei beliebte Termine etwas ausgebaut.“ Dabei handelt es sich zum einen um das Stadtfest, das in diesem Jahr drei Tage lang dauert vom 20. bis zum 22. Juli und zum anderen um die Kunstnacht am 29. September, zu der es erstmals ein großes Feuerwerk geben wird.

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Dies sind feststehende Ereignisse, die vorgegeben sind und einen festen Veranstalter haben. Doch auf der anderen Seite seien Bürger, Schulen, Einrichtungen und Gruppen der Einladung gefolgt, einen eigenen Beitrag, gleich in welcher Form, zum Jubeljahr zu leisten.

So wird zum Beispiel eine Schülergruppe des Ignaz-Kögler-Gymnasiums während des Stadtfestes in der Innenstadt unterwegs sein und unter dem Motto „Typisch Landsberg“ Bürger der Stadt porträtieren. Zu sehen ist das Ergebnis dann ab November im Rathausfoyer, und zwar als große Collage. Darüber hinaus werden weitere Schulen Objekte zum Thema präsentieren (Bastelarbeiten, einen Film, ...) und auch im Foyer ausstellen. Ebenfalls im Rathaus werden bereits ab Oktober Kollagen mit Stadtansichten gezeigt, zusammengestellt von einer ehemaligen Fotogruppe der Volkshochschule.

In ausgesprochen interessante und sehr persönliche Umgebungen lädt die Landsberger Bühne ein: Sie veranstaltet in Wohnzimmern und Gärten von Privatleuten Lesungen mit Texten über Landsberg. Handfesten Landsberger Untergrund, sowohl im wörtlichen wie im übertragenen Sinn, nutzen Dr. Eberhard Pfeuffer (Autor), Hans Schütz (Lech-Literat) und Karl Michael Ranftl (Musiker). Ihr Thema am 12. Oktober: „Landsberger Lechliebe“. Besucher dieser Veranstaltung werden sich unter anderem wundern, welche und vor allem wie viele unterschiedliche Töne man original Lechkieseln entlocken kann.

Mit Messern und Schwertern

Wer dagegen die raueren Töne bevorzugt, der darf sich auf das Stadtfest freuen, denn das wird zum 850. Geburtstag sehr historisch werden. Dafür hat Stadtarchivarin Elke Kiefer lange recherchiert und ist dabei gar nicht so weit entfernt im „grenznahen“ Gebiet des nördlichen Landkreises fündig geworden. Sie hat in Königsbrunn eine Interessengemeinschaft Historisches Fechten kennengelernt, die sich vom 20. bis zum 22. Juli rund um das Bayertor niederlassen wird. „Das wird eine schöne Sache vor allem für das Auge.“ Die Gruppe werde den Bereich um das Bayertor bespielen und möglichst authentisch das Leben im Mittelalter darstellen und historische Kampftechniken mit dem „langen Schwert“ und dem „langen Messer“ vorführen.

Dies alles stellt nur eine Auswahl der 850-Jahr-Veranstaltungen dar, die alle im März, in einem Programmheft, zusammengefasst erscheinen werden. Eva Schatz: „Wir werden auch eine eigene 850-Jahrfeier-Seite ins Internet stellen, mit Terminen, einem Ortsplan, auf dem alle Veranstaltungsorte markiert sind und Bildergalerien der Veranstaltungen, die bereits stattgefunden haben.“

Und wem dann all das An- und Dargebotene noch nicht reicht, der kann sich noch ins Stadtmuseum, ins Bürgerbüro, in die Stadtbücherei und ins Fremdenverkehrsamt im Rathaus begeben, denn überall dort liegen Stempel mit Jubiläumsmotiven und -logo aus. Die kann man sich dann in Bücher, Broschüren, Prospekte und sonst irgendwo hindrücken lassen und sich lange an das Stadtjubiläum erinnern.

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