Wachswaren beim Escher gibt es seit 130 Jahren


Wer von der Neuen Bergstraße kommend auf den Hauptplatz einbiegt, um weiter zur Karolinenbrücke zu gelangen, dessen Blick wird in der Flucht unweigerlich von der hübschen spätbarocken, Fassade eines alten Hauses gefangen genommen. Bevor es um die Kurve zur Musikschule geht, schaut man noch einmal hin. „Joseph Escher“ steht über der Eingangstür, daneben die Ziffer 84. Das Auge erhascht im Vorbeifahren gerade noch mal Kerzen im Schaufenster. Betritt man schließlich über eine kleine Treppe das Ladengeschäft an der Herkomerstraße 84, so eröffnet sich eine andere Welt: Seit 130 Jahren wurden und werden hier Wachswaren verkauft. Aber nicht nur das.
Anzeige im Landsberger Wochenblatt
Am Mittwoch, 10. März, des Jahres 1880 überrascht eine kleine Anzeige die Leser des „Amtsblattes des Amtgerichts und des Stadtmagistraten Landsberg“, identisch mit dem „Landsberger Wochenblatt. 84. Jahrgang“. Thomas Fichtl, der Inhaber des Geschäfts gibt bekannt: „Zeige hiermit ergebenst an, dass ich mein Spezereiwaarengeschäft an meinen Schwiegersohn übertragen habe.“
Die Zeiten haben sich geändert, die Formulierungen sind fast die gleichen geblieben. Der heutige Inhaber, Joseph Escher, Urenkel von Johann Erhard, besagtem Schwiegersohn, zeigt stolz den Originalausschnitt aus der Zeitung. Das vergilbte Papier ist in einem alten kleinen Holzrahmen. Tradition wird im Hause Escher gepflegt. „Bei uns“, erklärt Joseph Escher, „gab es immer schon Wachswaren“ Dafür ist der Escher, wie man in Landsberg kurz sagt, bekannt.
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