Dienstag, 17. Oktober 2017

Landsberg

28. April 2017 00:32 Uhr

Podiumsdiskussion

Rüstung, Nato und die Homo-Ehe

An der Fachoberschule stellen sich vier Bundestagskandidaten den Fragen Von Frauke Vangierdegom

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Stellten sich den Schülerfragen (von rechts): Christian Winklmeier, Kerstin Täubner-Benicke, Michael Kießling und Andreas Wagner. Links Moderator und Schülersprecher Felix Ungeheuer.
Foto: Frauke Vangierdegom

Die Homo-Ehe ist ein Thema, das unter den Schülern der 13. Klassen der Fachoberschule offenbar einen hohen Stellenwert einnimmt. Daher beschäftigte sich damit auch die erste Frage, die Schülersprecher Felix Ungeheuer vier Bundestags-Kandidaten des neu geschaffenen Wahlkreises 224 zu Beginn einer Podiumsdiskussion stellte. Kerstin Täuber-Benicke (Bündnis90/Die Grünen), Michael Kießling (CSU), Christian Winklmeier (SPD) und Andreas Wagner (Die Linke) waren auf Einladung des Kreisjugendrings gekommen, um mit rund 100 Schülerinnen und Schülern zu diskutieren.

Während alle vier Politiker eine rechtliche Gleichstellung von Ehepartnern und Lebenspartnern befürworten, will Michael Kießling den Begriff nicht opfern. „Ehe findet in der christlichen Lehre zwischen Mann und Frau statt, und da soll sie bleiben.“ Laut einer Umfrage der Anti-Diskriminierungsstelle seien 87 Prozent aller Bundesbürger für die Homo-Ehe, gab Ungeheuer zu bedenken.

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Von einer „vorgeschobenen Diskussion um einen Begriff“ sprach Christian Winklmeier, und Kerstin Täubner-Benicke sieht die bürgerliche Institution als „zu jung an, als dass sie für eine über 2000 Jahre alte Religion stehen könne.“ „Menschen, die sich lieben, sollten die Möglichkeit haben zu heiraten“, plädierte Andreas Wagner für die Homo-Ehe.

Ein weiteres Schwerpunkt-Thema war der Umgang Deutschlands mit der Nato. „Die Linken wollen raus aus der Nato. Wäre das für Sie auch eine Option?“, fragte Ungeheuer den SPD-Politiker aus Gilching und wollte wissen, ob eine Rot-Rot-Grüne Koalition für ihn denkbar sei. „Wir sind genau wie die Linke gegen Waffenexporte und gegen Pläne, den Militärhaushalt aufzustocken. Das Geld fehlt für soziale Projekte in unserem Land.“ Ein Austritt aus der Nato jedoch sei keine Option. Einen Austritt hielten auch der CSU-Politiker und die Vertreterin der Grünen für nicht sinnvoll. Wenngleich sich die Geister an der Frage, wie viel Geld in den Militärhaushalt investiert werden solle, schieden. „Wir haben einen Vertrag zu erfüllen“, so Kießling. Ob der Beitrag aber bei den geforderten zwei Prozent des Bruttoinlandsproduktes liegen müsse, könne hinterfragt werden. 71 Prozent der befragten Schülerinnen und Schüler an der FOS Landsberg seien gegen die Zwei-Prozent-Forderung, berichtete Felix Ungeheuer.

Wahlkampfrelevante Themen wie „Steuersenkung“, „Lebensleistungsrente“ oder „Klima- und Naturschutz“ kamen zur Sprache, bevor die Fragerunde eröffnet wurde. Ein Schüler wollte wissen, wie Politik den Kreislauf „Einnahmen aus Rüstungsexporten werden investiert in humanitäre Hilfen in Kriegsgebieten“ durchbrechen will. Mit einem neuen Gesetz will Täubner-Benicke verhindern, dass Waffen an Drittstaaten wie Saudi-Arabien geliefert werden. Christian Winklmeier kann sich einen staatlichen Konzern vorstellen, der die Dominanz der Rüstungsfirmen einschränke, was Andreas Wagner ablehnt. Er wolle das Geld lieber in den Sozialwohnungsbau investieren. Und Michael Kießling: „Dieser Kreislauf macht wenig Sinn.“

„Hat die SPD die soziale Gerechtigkeit gegen die Illusion der sozialen Gerechtigkeit eingetauscht?“, fragte ein Schüler Christian Winklmeier vor dem Hintergrund, dass dessen Partei nicht nur für den Mindestlohn, sondern auch für die Agenda 2010 stehe. „Wir sagen nicht pauschal, dass die Agenda 2010 gut oder schlecht war.“ Vielmehr müsse man nach Jahren der Erfahrung feststellen, welche Entscheidungen gut waren oder schlecht. „Daran müssen wir arbeiten.“

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