Dießen (smi) - In der jüngsten Finanzausschusssitzung hat Bürgermeister Herbert Kirsch darüber informiert, dass die Gemeinde für eine Verbesserung der Breitbandversorgung von Riederau und Obermühlhausen von zwei Firmen Angebote bekommen hat, die sich jedoch nur auf Riederau bezogen. Von dem Planungsbüro, das der Landkreis beauftragt hat, werde das Telekomangebot empfohlen. Darüber wurde noch nicht öffentlich diskutiert. Wie Kirsch dem LT sagte, habe man sich für das Angebot entschieden, es werde jetzt auch der Zuschussantrag gestellt. Denn die Telekom macht ein Defizit von 135 000 Euro aus, das Dießen tragen muss. Nach der Breitbandinitiative des Bundes ist jedoch mit einem Zuschuss von bis zu 70 Prozent zu rechnen.
Die Breitbandpatin der Gemeinde, Marianne Scharr, erläutert gegenüber dem LT, dass das Telekomangebot eine höhere Bandbreite liefere. Die Gemeinde habe bei einer eigenen Umfrage, aber auch bei der des Landkreises erfahren, dass in Riederau mit seinen rund 600 Haushalten ein erhöhter Bedarf herrsche. "Die Grundversorgung von einem Megabit reicht hier nicht aus." Es gebe viele, die von daheim aus arbeiteten und die größere Datenmengen schicken müssten wie beispielsweise Planzeichnungen.
Kabel kommt von Lachen her
Technisch umgesetzt werden soll der Glasfaseranschluss vom Hauptverteiler in Dießen-Lachen aus, so Marianne Scharr. Nach Riederau werde ein Glasfaserkabel gelegt, welches dort in sogenannte Mehrzweckgehäuse münde. Dort werde das Signal umgewandelt und mit Kupferkabeln mit erhöhter Bandbreite in die Haushalte geleitet. Laut Scharr ist mit einer Übertragungsleistung von bis zu 16 Megabit zu rechnen. "Das ist schon sehr viel." Sollte mittelfristig noch mehr benötigt werden, kann später von den Mehrzweckgehäusen auf Glasfaser umgerüstet werden.
Schon einen Schritt weiter ist die Versorgung von Dettenschwang und Dettenhofen, wo bereits die Röhren verlegt sind, wie Scharr erzählt. Das Glasfaserkabel könne aber erst eingezogen werden, wenn es fünf Grad über Null hätte oder noch wärmer sei, "sonst reißt es".
Vorteile wird die neue Technik auch für Ummenhausen, Unter- und Oberbeuern bringen, auch wenn die Weiler nicht angeschlossen sind. Denn auch hier verkürzt sich der Weg durch Kupferleitungen, in denen sich das Signal abschwächt. "Man geht von einem Wirkungskreis von drei Kilometern aus", so Scharr über die Vorteile, wenn das Glasfaserkabel näher rückt.
Für Obermühlhausen noch keine Lösung
Obermühlhausen ist von all dem zu weit entfernt. Und es liegt nicht am Dießener Telefonnetz, sondern wird von Lengenfeld angesteuert, was die Sache erschwere, wie Scharr sagt. Von den etwa 80 Haushalten seien nicht so viele Fragebögen an die Gemeinde zurückgegangen. Für Telekom und andere Firmen sei der Ort offensichtlich wirtschaftlich nicht attraktiv. "Obermühlhausen wird aber nicht vergessen", verspricht die Gemeinderätin, die sich eine Funklösung vorstellen kann.
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