Wetter
Mi.
-7°C
Wetter
Do.
-4°C

18. August 2010 18:15 Uhr

Schützenswerte Heimat fotografiert

Landsberg Am Ende seines Vortrags hatte Wolfgang Haertinger noch eine Überraschung parat. Sein Vater hatte ihm im Jahr 1930 ein Kasperltheater gebastelt. Den Hintergrund malte Eduard Haertinger (1891-1974) ebenfalls selbst. Er zeigt den Landsberger Hauptplatz aus dieser Zeit. Das Kasperltheater hat die Wirren des Zweiten Weltkriegs nicht überlebt. Dafür einige Fotografien des liebevoll gestalteten Kinderspielzeugs. Wolfgang Haertinger präsentierte sie bei der Eröffnung einer Ausstellung im Foyer des Landratsamtes, in der Fotografien seines Vaters zu sehen sind (Landsberger Tagblatt berichtete). Von Thomas Wunder

Mit dem Kasperltheater sind Eduard Haertinger und seine Frau sogar aufgetreten, wie ihr Sohn bei der Eröffnung der Ausstellung "Bilder aus Bayern - Orte und Landschaften" sagte. Der Architekt, der unter anderem bei der Reichspostdirektion Augsburg und Klagenfurt tätig war, hat zwischen 1911 und 1940 zahlreiche Fotografien gemacht. Sie zeigen überwiegend Ansichten von Orten und Gebäuden, Details der Architektur, volkskundliche Gegenstände sowie vielerlei weiträumige, oft karg anmutende Landschaften. Eine Auswahl davon ist in der Ausstellung zu sehen.

Dabei hat Eduard Haertinger auch den Landkreis Landsberg besucht. Der Gasthof Luitpold in Leeder, der Staffingerhof in Landsberg oder die Frauenkirche mit Spatzenturm in Prittriching waren unter anderem seine Motive. Den alten Ansichten hat Martin Wölzmüller, Geschäftsführer des Bayerischen Landesvereins für Heimatpflege, aktuelle Aufnahmen hinzugefügt. Es sei teilweise sehr schwer gewesen, die Standorte zu finden, von denen Eduard Haertinger seine Aufnahmen gemacht hat. Stellenweise würden Bäume, Sträucher oder neue Gebäude die Sicht verstellen.

ANZEIGE

Zweck der Ausstellung ist es, Veränderungen in Kulturlandschaften und Lebensräumen festzuhalten, sagte der in Heinrichshofen bei Egling lebende Martin Wölzmüller. Es seien interessante Vergleiche. Deutlich werde auch, dass viele nachträgliche Eingriffe unnötig waren. Die Ausstellung könne bei den Besuchern ein Verantwortungsbewusstsein für den Erhalt der Landschaft und der Architektur wecken.

Zerstörung Einhalt gebieten

Die Fotografien zeigen nach Ansicht von Landrat Walter Eichner, welchen Stellenwert der Denkmalschutz verdiene. Er sagte, es sei nicht immer leicht, Denkmäler zu schützen, wie die momentane Diskussion um ein altes Haus in Asch zeige. Dem Trend der Zerstörung Einhalt gebieten, das ist der Wunsch von Wolfgang Haertinger. Neue Gewerbegebiete machen seiner Meinung nach die Umwelt nur trostloser. Die Fotografien seines Vaters sollen zeigen, wie schützenswert unsere Heimat sei.

Öffnungszeiten Die Ausstellung im Foyer des Landratsamtes ist bis zum 17. September zu sehen. Sie hat Montag bis Freitag von 8 bis 12 Uhr sowie Dienstag von 14 bis 16 Uhr und Donnerstag von 14 bis 18 Uhr geöffnet.

Artikel kommentieren

Nachrichten in Ihrer Region
Augsburger Allgemeine Aichacher Nachrichten Augsburger Allgemeine Donau Zeitung Donauwörther Zeitung Friedberger Allgemeine Günzburger Zeitung Illertisser Zeitung Landsberger Tagblatt Mindelheimer Zeitung Mittewlschwäbische Nachrichten Neu-Ulmer Zeitung Neuburger Rundschau Rieser Nachrichten Schwabmünchner Allgemeine Wertinger Zeitung
Pistenreport Saison 2011/12

Hauptplatzumbau in Landsberg


Veranstaltungen vom 08.02.2012

Partnersuche