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12. November 2007 19:40 Uhr

Sextäter zeigt sich selbst bei der Polizei an

Als seine Stieftochter elf Jahre alt war, fing es an. "Ich weiß nicht, warum ich es getan habe", sagt der Mann, 31. Er blickt schuldbewusst nach unten, kämpft mit den Tränen. "Es hat mich sexuell erregt", erzählt er. "Beim Baden zum Beispiel wollte ich ihren Köpfer sehen." Über drei Jahre hinweg hat der Mann seine Stieftochter missbraucht. Im Sommer hatte sich er selbst bei der Polizei angezeigt.

Nun wurde er vor dem Amtsgericht zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt. Dass sich der 31-Jährige selbst den Ermittlern offenbart hatte, sei ihm hoch anzurechnen, sagte Richter Dieter Völkel. Trotzdem sei dem Gericht angesichts des Zeitraums von drei Jahren und der Vielzahl der Fälle keine Wahl geblieben, als eine Haftstrafe zu verhängen. Der Mann saß bereits seit Anfang Juli in Untersuchungshaft.

Nur eine gute Stunde dauerte der Prozess, dann war bereits das Urteil gesprochen. Mit seinem umfassenden Geständnis hatte es der 31-Jährige seiner Stieftochter erspart, vor Gericht aussagen zu müssen. Mehr-fach betonte er auch seine Reue: "Es tut mit wahnsinnig leid. Ich wusste nicht, was ich damit anrichte." Zuerst hatte er das junge Mädchen nur berührt, später tauschte er mit ihr innige Küsse aus und fasste ihr unter die Kleidung an intime Stellen. "Es ist mit der Zeit immer mehr geworden", bemerkte Staatsanwältin Susanne Weber. "Man mag sich gar nicht ausmalen, was noch hätte alles passieren können." Ans Licht kam der Missbrauch vor einigen Monaten, als das Mädchen seiner Mutter etwas davon erzählte.

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Die Frau rief daraufhin den 31-Jährigen an, mit dem sie seit fast zehn Jahren verheiratet ist. "Zuerst habe ich es abgestritten", erzählt er. "Nach einer halben Stunde habe ich sie aber zurückgerufen und alles zugegeben." Danach ging er zur Polizei, um seine Taten zu gestehen. Später schickte er seiner Stieftochter zwei Kurznachrichten aufs Handy. Die erste SMS lautete ganz schlicht: "Sorry." Dann schrieb er noch, sie brauche keine Angst zu haben. Es sei in Ordnung, dass sie ihrer Mutter etwas erzählt habe.

Vor Gericht war von 16 Fällen die Rede, in denen er sich an dem Kind vergriffen hatte - alle hatte er selbst eingeräumt. Der 31-Jährige kündigte an, er wolle sich einer Therapie unterziehen und sich räumlich von seiner Familie trennen. Seine Frau halte noch zu ihm und besuche ihn auch in der Haft. Auch sein Arbeitgeber sei bereit, ihn weiterhin zu beschäftigen. Diese Pläne kann er nun nicht verwirklichen: Das Gericht sah keine Möglichkeit, die Strafe auf Bewährung auszusetzen. Auf die Folgen dieser Haftstrafe könne das Gericht bei seiner Entscheidung leider keine Rücksicht nehmen, sagte Richter Völkel. So wird es wohl schwierig werden für die Frau ohne das Einkommen ihres Mannes das hoch verschuldete Haus zu halten.

Dieter Völkel wandte sich in seiner Urteilsbegründung direkt an den Angeklagten: "Dafür haben Sie die Verantwortung." Der Verteidiger des Mannes sagte in seinem Plädoyer fast etwas bedrückt: "Er war für seine Stieftochter wirklich der ,Papa¿. Es hätte eine richtig glückliche Familie sein können, wenn das nicht passiert wäre."

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